Nur bei fairen Preisen haben Ghanas Kakaobäuerinnen Grund zu lachen.

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INKOTA und SEND vermitteln in Ghana schlagkräftige Argumente

Von Maximilian Knoblauch

Armut und Kinderarbeit gehören zum Alltag auf den Kakaoplantagen in Westafrika. Auf kleinen Flächen bauen die Menschen dort in mühsamer Handarbeit den Rohstoff für unsere Schokolade an. Von einem Euro, den eine Tafel bei uns kostet, erhalten sie gerade einmal sechs Cent. Zum Überleben reicht das kaum: Vor allem in Westafrika leben die Familien deutlich unter der Armutsgrenze, ein Leben in Würde ist so nicht möglich. »Die Kakaopolitik in Ghana ist intransparent«, erklärt Sandra Kwabea Sarkwah von der INKOTA-Partnerorganisation SEND-Ghana. »Die Kakaobauern und -bäuerinnen haben keinen Einfluss auf das Preissystem. Sie müssen den Preis für Kakao akzeptieren, egal ob sie damit überleben können oder nicht.«

Ghana ist der zweitgrößte Kakaoproduzent weltweit. Eine Million Bäuerinnen und Bauern leben dort von der braunen Bohne. Dass sie kaum Einfluss auf den Preis für ihren Kakao haben, das will die Nichtregierungsorganisation SEND schnellstmöglich ändern. Sie unterstützt Kakaobauernorganisationen und Kooperativen dabei, ihre Rechte gegenüber Politik und Konzernen einzufordern. »Uns geht es darum, den Bauern und Bäuerinnen zu vermitteln, warum Interessensvertretung so wichtig ist«, sagt Sandra Kwabea Sarkwah. »Nur wenn die Bäuerinnen und Bauern ihre Stimme laut erheben und für sich einstehen, wird die Politik auf ihre Forderungen reagieren. Aber wie können sie die Entscheidungsträger konkret erreichen? Genau das erarbeiten sich die Bäuerinnen und Bauern in unseren Argumentations- und Verhandlungstrainings.«

SEND-Ghana will erreichen, dass die Bauernfamilien sich einen angemessenen Wohnraum leisten können und Zugang zu guter Gesundheitsversorgung haben. Die Kinder sollen nicht auf den Plantagen arbeiten müssen, sondern zur Schule gehen können. »Ein existenzsicherndes Einkommen ist mein größter Wunsch für die Kakaobauern-Familien«, sagt Sandra Kwabea Sarkwah. Schritt für Schritt will sie dort hingelangen.

Mit 40 Euro nimmt eine Kakaobäuerin an einem Vernetzungs- und Schulungstreffen teil und weiß danach, wie sie ihre Meinung in die öffentliche Debatte einbringen kann. Gute Argumente für bessere Preise gibt es in rauen Mengen.

Unser Autor arbeitet bei INKOTA als Referent für Fundraising.