Wer einen Hausgarten hat, ist in puncto Ernährung klar im Vorteil.

Ökologische Vielfalt stärkt Kleinbauern

SODI und SAHAS Nepal unterstützen 1200 Familien beim Kampf gegen die Unterernährung

Von Luise Will

Jede*r Sechste in Nepal leidet an Unterernährung. Insbesondere Frauen und Kinder unter fünf Jahren sind von Mangelernährung betroffen. Die Ursachen sind vielfältig: begrenzte Anbauflächen, geringe landwirtschaftliche Produktivität, fehlende Infrastruktur, Monokulturen. Doch besonders verstärkt wird diese Anfälligkeit durch den Klimawandel: lang anhaltende Dürren verhindern eine nachhaltige Ernährungssicherheit. Auf die sich verändernden klimatischen Bedingungen konnten die Menschen bislang nicht angemessen reagieren, sodass für die Hälfte der Bevölkerung die Jahresernte nur für etwa drei bis sechs Monate reicht.

SODI und seine Partnerorganisation SAHAS Nepal unterstützen 1200 kleinbäuerliche Familien in fünf Gemeinden des westnepalesischen Distrikts Dailekh. Sie gehören unterschiedlichen ethnischen Minderheiten wie den Gurung oder den Magar an. Eine besondere Aufmerksamkeit gilt den Dalits - der stark diskriminierten Kaste der »Unberührbaren«. Durch ökologische Anbaumethoden, Steigerung der Biodiversität und Stärkung gemeindebasierter Selbstorganisation nehmen die Dorfgemeinschaften ihr Schicksal in die Hand. Angefangen bei der Errichtung von Hausgärten über die Schaffung von Lagerungsmöglichkeiten für die Ernte bis hin zur Nutzung von Wasserauffangbecken lernen die Kleinbäuer*innen, sich an die veränderten Bedingungen anzupassen und ihre Versorgung nachhaltig zu sichern. Wesentlicher Bestandteil ist die Gründung von lang anhaltenden Selbsthilfestrukturen in Form von Gruppen auf Dorfebene, in denen das Wissen über ökologisch nachhaltige Landwirtschaft und Katastrophenvorsorge in dem dürre- und erdbebengefährdeten Gebiet weitergegeben wird. Diese Gruppen werden durch Schulungen dazu befähigt, auch nach Projektende die ernährungssichernden Aktivitäten und die Infrastrukturmaßnahmen selbstbestimmt fortzuführen und beispielsweise Unterstützung von Gemeindeverwaltungen zu beantragen.

Bereits seit 2014 setzten SODI und SAHAS gemeinsam vielfältige und nachhaltige Aktivitäten zur Ernährungssicherung in anderen Gemeinden in Dailekh um. Die Maßnahmen bewirkten dort ein Ende der Mangelernährung und die Stärkung von langfristigen Selbsthilfestrukturen - ein Modell, welches nun auch in der neuen Projektregion als erfolgsversprechendes Vorbild dienen soll.

Unsere Autorin arbeitet bei SODI als Referatsleiterin Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit