»Unser Widerstand ist unsere Existenz«

Die indigene Aktivistin und Künstlerin Daiara Tukano traf auf das Gedächtnis ihrer Nation in Berlin. Ein Gespräch

  • Von Marie Hecht
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.

Daiara Tukano sitzt auf dem Teppichboden einer Wohnung in Berlin-Kreuzberg. In ihrer Hand hält sie ein hölzernes Gefäß mit roter Farbe. Während des Gesprächs bemalt sie mit einem dünnen Stab ruhig ihr Gesicht. Sie lacht viel, aber kann auch sehr ernst sein. Als Menschenrechtsforscherin wurde sie zu Konferenzen zum Thema Klimagerechtigkeit nach Manchester und Paris eingeladen. So konnte sie sich den teuren Flug nach Europa leisten.

Warum sind Sie nach Berlin gekommen?

Im Ethnologischen Museum in Berlin befindet sich eine der bedeutendsten Kunstsammlungen meiner Nation, den Tukano: die Theodor-Koch-Grünberg-Sammlung, die viele unserer Objekte aus dem 19. und 20. Jahrhundert enthält. Ich kam mit dem Traum hierher, diese alten Objekte, die wir in unserem Gebiet nicht mehr haben und die für uns ein Zugang zum Gedächtnis unserer Nation sind, zu sehen.

In Deutschland gibt es noch immer einen großen Mangel an Wissen über die ind...


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