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Ghana ist friedlich

Afrikas stabile Demokratie - Überblick

  • Von Evelyn Bahn, INKOTA
  • Lesedauer: 2 Min.

Ghana steht ein Wahlkampfjahr bevor: Im Dezember 2020 sind etwa 14 Millionen Menschen dazu aufgerufen, einen Präsidenten zu wählen. Der amtierende Präsident Nana Akufo-Addo von der konservativ-liberalen New Patriotic Party wird für eine zweite Amtszeit kandidieren. Er macht bereits große Wahlkampfversprechen. So sollen die rund 800 000 Kakaobauern und -bäuerinnen einen höheren Preis für ihre Kakaobohnen erhalten und die Verarbeitung im eigenen Land ausgeweitet werden.

Ghana ist das zweitgrößte Kakaoanbauland weltweit. Neben Gold und Erdöl bringen die braunen Bohnen die wichtigsten Deviseneinnahmen für das westafrikanische Land. In der Erntesaison 2017/2018 ernteten ghanaische Kakaobauern und -bäuerinnen fast eine Million Tonnen Kakao - rund 20 Prozent der weltweiten Kakaoernte. Bislang sind die Bohnen hauptsächlich für den Export bestimmt. Präsident Akufo-Addo will nun den Konsum von Schokolade in Ghana steigern, doch bislang ist Schokolade für die Mehrheit der Bevölkerung kaum zu bezahlen.

Ein zentrales Versprechen aus dem vergangenen Wahlkampf konnte Akufo-Addo erfüllen. Seit 2017 können ghanaische Kinder nicht nur die Grundschulen kostenfrei besuchen, sondern müssen auch für die Oberstufe kein Schulgeld mehr bezahlen.

Doch in anderen Bereichen reißen die Proteste der Menschen nicht ab. Lehmstraßen, die sich in der Regenzeit in rote Schlammlöcher verwandeln, behindern in vielen Teilen des Landes nicht nur die wirtschaftliche Entwicklung, sondern beeinträchtigen auch den Alltag der Menschen erheblich. In vielen Teilen des Landes gibt es außerdem noch immer keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Wahlen sind seit 1992 hingegen immer friedlich verlaufen, auch wenn es zu Machtwechseln kam. Ghana gilt als Musterland der Demokratie auf dem Kontinent. Dies spiegelt sich auch in einer aktiven Zivilgesellschaft wider: Rund 6000 registrierte Nichtregierungsorganisationen existieren und viele gestalten auf nationaler und lokaler Ebene politische Prozesse mit. Eine dieser Organisationen ist SEND-Ghana, mit der die deutsche Entwicklungsorganisation INKOTA seit zwei Jahren zusammenarbeitet, um die Stimme der Kakaobäuerinnen und -bauern zu stärken.

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