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Finanzierung der Pflege: Reform nötig

Heimbewohner müssen immer mehr zuzahlen

  • Lesedauer: 1 Min.

Berlin. Angesichts der stetig wachsenden Kosten, die Pflegeheimbewohner selbst tragen müssen, fordern die Gewerkschaft ver.di und Sozialverbände die Einführung einer Pflegevollversicherung. Bei der Berechnung der Beiträge müssten Einkünfte aus Kapitalanlagen und Mieten einbezogen werden, sagte Maria Loheide vom Vorstand der Diakonie am Montag in Berlin. Die Pflegeversicherung deckt nur einen Teil der Kosten ab. Derzeit würden Lohnerhöhungen und Qualitätsverbesserungen in der Pflege »vollständig von den pflegebedürftigen Menschen« oder vom Sozialamt finanziert, monierte Lohheide.

Einer am Montag vom Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln vorgelegten Studie zufolge haben sich die Zahlungen aus eigener Tasche insbesondere in Ostdeutschland drastisch erhöht. Der prozentuale Anstieg war in Mecklenburg-Vorpommern am größten. Dort stieg der Eigenanteil für die eigentliche Pflege um 78 Prozent von 292 Euro pro Monat im Januar 2018 auf 520 Euro im Juli dieses Jahres. Im Bundesdurchschnitt stiegen die entsprechenden Zuzahlungen um 17 Prozent auf 693 Euro monatlich.

Dazu kommen die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen in den Einrichtungen. Insgesamt müssen Heimbewohner im Schnitt fast 1900 Euro monatlich aufbringen. Die Eigenleistungen bei der Finanzierung einer Unterkunft im Heim sind in Sachsen-Anhalt mit 1331 Euro am niedrigsten und in Nordrhein-Westfalen mit 2337 Euro am höchsten. dpa/nd Kommentar Seite 8

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