Mit der Wahrscheinlichkeit von fast 1 : 14 000 000

Einer knackt den Jackpot immer - der Fiskus

Seit 65 Jahren wird in deutschen Landen »6 aus 49« gespielt

Von Mike Mlynar

Wer jetzt kurz vor Weihnachten seine Kasse noch ernsthaft auffüllen will, müsste sich ranhalten. Sollten ihm Überstunden oder Bankraub zuwider sein, bliebe möglicherweise nur noch das Glücksspiel. Wem da aber wiederum Roulette zu gefährlich oder zumindest zu zwielichtig erscheint und Pferdewetten in Spielhallen zu undurchsichtig, der könnte es mit »6 aus 49« versuchen. Schließlich sind damit schon etliche deutsche Glückssucher-Generationen groß geworden (allerdings statistisch gesehen so gut wie nie groß rausgekommen). In der DDR war diese Lottoart (bis in die 70er Jahre als »Sportfestlotto 6 aus 49«) 1954 eingeführt worden, in der BRD als »6 aus 49« ein Jahr später.

Seit 65 Jahren gibt es in deutschen Landen also »6 aus 49«, und so wird es wohl auch weiterhin sein. Denn der Supergewinner ist bei jeder Ziehung der Fiskus: An ihn geht die Hälfte der wöchentlich etwa 40 Millionen Einsatz-Euros. Die Wahrscheinlichkeit für drei Richtige liegt für die etwa 3 Millionen Glücksucher pro Woche immerhin bei 1 : 57 (etwa 1,7 Prozent), die für einen Sechser indes bei 1 : 13 983 816 (etwa 0,000007 Prozent). Mit der ersten Chance hatten bei der jüngsten Ziehung beispielsweise 401 777 Tipper ihre Freude - mit je 8,80 Euro; einer bekam für einen Sechser 793 000 Euro. Wie im echten Leben: Viele gewinnen, nur ganz wenige wirklich, und alle machen weiter.

Denkspielerinnen und Denkspieler können ihre spezielle Freude an »6 aus 49« haben, denn wie alle anderen Glücksspiele ist es knobelträchtig. Etwa so: Beim »Lotto 6 aus 49« muss man sechs Zahlen aus {1, …, 49} auswählen. Um wie viel Prozent verringert sich die Anzahl der Möglichkeiten, wenn man keine benachbarten Zahlen auswählen darf?

Mike Mlynar