Hildegard Müller.
Hildegard Müller

Autolobbyistin

CDU, Managerin, Strombranche, Frau mit Lobbyerfahrung – damit sind die Eckdaten umrissen, die Hildegard Müller als Deutschlands mächtigste Autolobbyistin empfehlen.

Von Ines Wallrodt

CDU, Managerin, Strombranche, Frau mit Lobbyerfahrung - damit sind die Eckdaten umrissen, die Hildegard Müller als Deutschlands mächtigste Autolobbyistin empfehlen. Offiziell beschlossen ist die Personalie noch nicht, aber es scheint ausgemacht, dass die 52-Jährige an die Spitze des Verbands der Automobilindustrie (VDA) rücken wird.

Ob Müller nur das neue Gesicht der Autoindustrie werden oder der Autoindustrie ein neues Gesicht verleihen wird, kann man bislang kaum sagen. Die mächtige Autobranche ist neu für sie, allerdings kennt sich Müller mit Konzernen im Umbruch aus. Zuletzt war sie Vorständin beim Energiekonzern Innogy, einem der größten Betreiber von Ladesäulen für Elektroautos, dort zuständig für die lukrative Strom- und Gasnetzsparte. Davor führte sie acht Jahre den Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. Mit der Wahl einer Energiemanagerin würde der VDA signalisieren, dass auch er dem Ende des Verbrennungsmotors ins Auge sehen will.

Müller, deren Karriere bei der Dresdner Bank begann, gilt nicht nur als erfahrene Managerin, sondern auch als geschickte Moderatorin von Konflikten - und derer gibt es reichlich innerhalb des VDA - zwischen den großen Autoherstellern und den Zulieferern oder auch unter den Giganten selbst, etwa um den richtigen Kurs bei den Antriebsformen. Den größten Brocken gilt es aber derzeit auf dem politischen Parkett aus dem Weg zu räumen. Durch Dieselskandal und Klimawandel ist das einst innige Verhältnis zwischen Autoindustrie und Politik zerrüttet. Nun soll die Ex-Politikerin mit ihren guten Kontakten die Beziehung kitten. Von 1998 bis 2002 war sie Bundesvorsitzende der Jungen Union, 2005 wurde sie von Angela Merkel als Staatsministerin ins Kanzleramt geholt. 2008 wechselte sie in die Wirtschaft.

Müller war mehrfach die erste und einzige Frau in einer Führungsposition. Beim VDA wäre sie die zweite Chefin. Aber bis heute gibt es in diesem Männerverein unter 19 Vorständen nur eine Frau.