Klimastreiks sind tabu

In China spielt »Fridays for Future« kaum eine Rolle. Doch sowohl bei der Jugend als auch in der Regierung wächst das Umweltbewusstsein.

  • Von Fabian Kretschmer
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.
100-Megawatt-Solarthermie-Kraftwerk in Dunhuang in Chinas nordwestlicher Provinz Gansu

Ausgerechnet in China sind die weltweiten Klimaproteste weitestgehend Tabu. Über Greta Thunberg und »Fridays for Future« berichten die heimischen Medien de facto kaum. Die Kommunistischen Partei reagiert schließlich äußerst sensibel auf zivilen Ungehorsam. Nach der blutigen Niederschlagung der Studentenbewegung am Pekinger Tiananmen-Platz 1989 hatte die Regierung ein Gesetz verabschiedet, wonach öffentliche Proteste nur mit ausdrücklicher Regierungsgenehmigung erlaubt sind. Und so sind unabhängige Gruppen in China in ihrem Aktivismus ungemein eingeschränkt.

Dennoch begann im Frühjahr ein 16-jähriges Mädchen mit Kurzhaarfrisur und runden Brillengläsern, sich in Guilin, Hauptstadt der Provinz Guangxi ganz im Süden Chinas, mit einem selbstgemalten Protestplakat vor das lokale Regierungsgebäude zu stellen - trotz der Angst, von Sicherheitskräften abgeführt zu werden. Howey Ou, ein Pseudonym, wurde nach etwas mehr als einer Woche abgem...

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