Wenn dich alle hassen

Der Pfälzer Mohammed Demer ist nach Syrien gekommen, um sich dem IS anzuschließen. Nun sitzt er im Gefängnis

  • Von Philip Malzahn, Nordsyrien
  • Lesedauer: ca. 10.0 Min.

Wäre die Haut von Mohammed Demer noch bleicher, könnte man hindurchsehen. Seine Augen sind eingefallen, umrandet von braunen Ringen. Von seinem Stuhl aus zeigt er auf die Fliesen: »Mein ganzes Leben spielt sich auf sechs solchen Quadraten ab«. Wo genau er sich befindet, weiß er nicht. Durch die kahlen Gänge des Betonbaus führt man ihn mit verbundenen Augen. Er weiß nicht, dass die türkische Armee und ihre syrischen Handlanger 40 Kilometer vor den Toren des Gefängnisses stehen, und auch nicht, dass Abu Bakr al-Bagdadi, Anführer des Islamischen Staates, tot ist. Er weiß nicht, wie es seiner Frau und den Kindern geht und auch nicht, was mit ihm geschehen soll. Nur, dass es Ende November ist, das weiß er.

Keine Spur vom süßem Leben

Demer ist 26 Jahre alt, deutscher Staatsbürger, Sohn einer deutschen Mutter und eines syrischen Vaters aus Aleppo, aufgewachsen in Nastätten in der Pfalz und Mitglied der Terrormiliz Islamischer Staat (I...


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