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»Ein unverzeihliches Unrecht«

Wie ein weihnachtlicher Besuch des Propstes Heinrich Grüber im Internierungslager Sachsenhausen zum Politikum wurde.

  • Von Simone Barrientos und Karsten Krampitz
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Heinrich Grüber war ein Mann, der vergleichen konnte. In seinen Memoiren erzählt der 1975 gestorbene Propst von Berlin, wie er unmittelbar nach Kriegsende gleich zwei Parteigründungen beiwohnte. Zunächst der Neukonstituierung der KPD am 11. Juni 1945. Da warben die Genossen noch für die Errichtung einer antifaschistischen, parlamentarisch-demokratischen Republik. Grüber fand: »Da kann ich ja beinahe mitmachen.« Nur fünf Tage später gehörte er jenem Initiativkreis an, der im Berliner Westend zur Gründung einer weiteren antifaschistischen und sozialen Partei aufrief. Angeblich geht das »U« im Parteikürzel auf ihn zurück. Das Wort »Partei« habe den konfessionellen Zusammenschluss von Katholiken und Protestanten nicht in seinem Wesen erfasst. Dass er der CDU nicht beitrat, lag aber am »C« im Namen. Grüber wollte, dass sich auch die Überlebenden der Shoa in der Union willkommen fühlten.

Folgt man den Erinnerungen Grübers, war in der Gr...


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