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Gruseliges Spektakel in Aue

Nicht die Nationalität ist für Gewalt verantwortlich, meint Christian Klemm

  • Von Christian Klemm
  • Lesedauer: 1 Min.
Messerstecherei im Erzgebirge: Gruseliges Spektakel in Aue

Wie sehr sich das Märchen vom »gewalttätigen Flüchtling« inzwischen in der Bevölkerung herumgesprochen hat, kann dieser Tage im Erzgebirge beobachtet werden. Bei einer kirchlichen Weihnachtsfeier in Aue gehen Flüchtlinge so sehr aufeinander los, dass ein schlichtender Helfer der Gemeinde verletzt wird. Dieser Vorgang bringt mehr als 1000 Wutbürger auf die Straße, die dann umgehend von einem »Rassenkrieg gegen Deutsche« oder ähnlichem Unsinn schwadronieren. Ein gruseliges Spektakel, zu dem die örtliche NPD aufgerufen hatte.

Zu etwa gleicher Zeit bringen sich sogenannte Biodeutsche gegenseitig um die Ecke - oder versuchen es zumindest. Besonders Frauen stehen im Visier von gewalttätigen Männern. Mehr als eine Meldung in den Regionalnachrichten ist am Ende jedoch nicht drin. Hat irgendein »Volkstod«-brüllender Wutbürger nach Vorfällen dieser Art in jüngster Vergangenheit eine Kundgebung gegen die grassierende Gewalt an Frauen angemeldet? Pustekuchen! Der Grund: Dann nämlich fiele ihnen auf, dass allzu oft Deutsche Gewaltverbrechen verüben. Wie kriminell oder gewalttätig ein Mensch ist, ist nicht auf seine Herkunft, Nationalität oder Religion zurückzuführen. Doch das ist inzwischen schwer zu vermitteln - zu sehr ist der öffentliche Diskurs nach rechts gedriftet.

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