Es kann noch schlimmer werden

Antonio Ortuños düsterer Roman »Die Verschwundenen« ist eine Abrechnung mit der Wirtschaftskriminalität in Mexiko

  • Von Florian Schmid
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Gewalt und Kriminalität sind in Mexiko alltägliche Realität. Im Zuge des Drogenkriegs sterben jährlich Zehntausende Menschen. Auch wenn Massengräber und bürgerkriegsähnliche Schießereien seit Jahren zur schrecklichen Routine geworden sind und die Medienberichterstattung dominieren, gibt es auch eine weniger spektakuläre Seite dieser von brutalem Kapitalismus, Gewalt und Korruption geprägten Gesellschaft. Dieser geht Antonio Ortuño in seinem Roman »Die Verschwundenen« nach.

Der 1976 in Guadalajara geborene Ortuño weiß Zeitgeschichte und gesellschaftspolitische Entwicklungen in aufregende Prosa zu packen. Das hat er auch schon im schonungslosen und mitunter ziemlich brutalen Roman »Die Verbrannten« unter Beweis gestellt, in dem es um die mittelamerikanische Migrationsbewegung in Richtung USA geht. In »Die Verschwundenen« erzählt er die Geschichte eines Mannes aus der unteren Mittelschicht, der in eine vermögende Familie einheiratet und al...


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