Frauen nicht mehr auf Augenhöhe

Ex-Gleichstellungsbeauftragte Monika von der Lippe macht der Koalition schwere Vorwürfe

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.
Ursula Nonnemacher und ihre Koalitionspartner Dietmar Woidke (SPD, l.) und Michael Stübgen (CDU)

Vor einem Jahr machte Brandenburg noch bundesweit und sogar international Schlagzeilen mit seinem Paritätsgesetz. Bei allen Landtagswahlen ab 2024 sind die Parteien gesetzlich verpflichtet, quotierte Landeslisten aufstellen. Das heißt, auf den Listenplätzen müssen abwechselnd männliche und weibliche Kandidaten stehen. »Thüringen hat inzwischen ein ähnliches Gesetz verabschiedet, mehrere Bundesländer diskutieren ein solches nach brandenburgischem Vorbild«, sagt Monika von der Lippe.

Bei der Landtagswahl am 1. September 2019 galt die neue Regelung noch nicht. Antifeministische Kräfte gingen deutlich gestärkt aus dieser Wahl hervor. Die AfD verbesserte sich von 12,2 auf 23,5 Prozent. Unter den 88 Landtagsabgeordneten befinden sich nun nur noch 28 Frauen. Der Frauenanteil im Parlament sank von 39,7 auf 31,8 Prozent. Von 44 Landtagswahlkreisen sind nur zwölf von Frauen gewonnen worden.

Monika von der Lippe kennt sich aus. Sie war bis Oktober ...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.