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Keine Langeweile aufkommen lassen

Markus Drescher über bayerische Querschüsse

  • Von Markus Drescher
  • Lesedauer: 1 Min.

Markus Söder, bayerischer Ministerpräsident und CSU-Chef, offenbart sich dieser Tage als Adrenalinjunkie. Gerade erst hat die Große Koalition die selbst auferlegte Halbzeitbilanz und den Vorsitzendenwechsel bei der SPD leidlich gut überstanden. Hat sich der zweite arg kriselnde Regierungspartner CDU einigermaßen wieder im Griff. Es schien, als könnte etwas Ruhe einziehen, die Regierungsparteien der Selbstbeschäftigung eine Zeit lang den Rücken zukehren und sich stattdessen den weiterhin bestehenden großen Herausforderungen widmen.

Doch nicht mit Söder! Dem mutete die Chance auf so viel ungewohnte Ruhe und Arbeitsatmosphäre anscheinend derart langweilig an, dass er mit seiner Forderung nach einer Halbzeit-Kabinettsumbildung sogleich wieder etwas Schwung in die Sache bringt. Doch was soll das nutzen?

Mit Verkehrsminister Andreas Scheuer hat er nicht nur den Minister in den eigenen Reihen, der am dringendsten gehen sollte. Auch dass dieser bayerische Querschuss beim CSU-Wahlvolk durchweg gut ankommt, darf bezweifelt werden, kommt Söders Vorstoß doch eher daher wie der Auftritt eines Pausenclowns ohne Gefühl für Timing. Als solcher sollte die ganze Chose auch möglichst schnell abgehakt, allen die nervtötendem weil letztlich sinnlose Personaldebatte erspart und Söder mit seinem Wunsch nach Aufregung allein gelassen werden.

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