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200 Millionen Euro für Irans Rache

Parlament deklariert Pentagon als Terrororganisation und erteilt Quds-Brigaden höheres Budget

  • Von Philip Malzahn
  • Lesedauer: 2 Min.

Geboren wurde Qassem Soleimani als Sohn einer armen Bauernfamilie in der nordiranischen Stadt Kerman. Dorthin wurde sein Leichnam am Dienstagmorgen gebracht, zur Beerdigung nach einer mehrtägigen Trauerprozession quer durch Iran. Überschattet wurde diese von einer Massenpanik: Zehntausende hatten sich auf den Straßen der 500 000-Einwohner-Stadt versammelt, um Abschied vom ehemaligen Kommandanten der Eliteeinheit zu nehmen. Iranische Medien machten unterschiedliche Angaben zu den Opferzahlen. Am Dienstagabend war von mehr als 50 Toten und über 200 Verletzten die Rede.

Soleimani war am Freitag in Bagdad bei einem US-amerikanischen Drohnenangriff getötet worden. Er war als Chef der iranischen Quds-Brigaden der wichtigste Vertreter der Streitkräfte Irans im Ausland und galt als Architekt der Militärstrategie Teherans im Nahen Osten. Iran hat in Irak großen Einfluss, stützt sich in militärischen Fragen aber vor allem auf örtliche schiitische Milizen. Diese stoßen regelmäßig mit den dort stationierten US-Truppen zusammen.

Das Parlament in Teheran verabschiedete am Dienstag ein Gesetz, demzufolge die US-Streitkräfte sowie das Pentagon fortan als Terrororganisation eingestuft werden. In der selben Sitzung begründete Parlamentssprecher Ali Laridschani die Erhöhung des Budgets der Quds-Brigaden um 200 Millionen Euro mit der Umsetzung der Pläne für eine »harte Rache«. Doch während in Iran die Zeichen immer mehr auf Krieg deuten, werden auf US-amerikanischer Seite eindeutige Differenzen in Hinblick auf den Umgang mit dem Konflikt deutlich.

Das Pentagon distanzierte sich von der Drohung des US-Präsidenten, im Falle iranischer Angriffe auf US-Ziele bedeutende Kulturstätten in Iran zu attackieren. »Wir werden die Gesetze des bewaffneten Konflikts befolgen«, hieß es bei einer Pressekonferenz von Verteidigungsminister Mark Esper und Generalstabschef Mark Milley am Montag.

Donald Trump hatte am Samstag mit Angriffen auf genau 52 iranische Ziele gedroht, darunter auch kulturell bedeutende Orte. Diese Drohung sorgte im In- und Ausland für Entrüstung. 52 ist zudem auch die Zahl US-amerikanischer Bürger, die im Zuge der Erstürmung der Botschaft 1979 in Teheran über ein Jahr lang als Geiseln festgehalten wurden.

Die Auswirkungen des schwelenden Konflikts zwischen beiden Ländern sind auch international zu spüren: Nachdem die Bundeswehr bereits am Montagabend einen Teilabzug ihrer Soldaten aus Irak verkündete, zieht wegen der Spannungen in der Region nun auch die NATO einen Teil ihrer Truppen zeitweise aus dem Land ab. Das bestätigte ein Sprecher des Militärbündnisses am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. Mit Agenturen Seiten 6 und 10

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