Die vergessene Südsee-Blase

Finanzspekulationen mit Sklavenhandel stürzten Großbritannien vor 300 Jahren in die Krise

  • Von Hermannus Pfeiffer
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.

Sir Isaac Newton investierte in die Aktien einer South Sea Company. Das Unternehmen wollte den Handel mit Sklaven und mit der Südsee vorantreiben. Unter Südsee verstanden die Briten Anfang des 18. Jahrhunderts Südamerika. Der berechnende Naturwissenschaftler Newton, dem ein vom Baum fallender Apfel den Weg zur modernen Physik wies, war wie viele Anleger den Versprechungen der Companymanager erlegen.

Kaufleute und Bankiers hatten die South Sea Company 1711 in London gegründet. Sie folgten damit einem Trend der Epoche: Europäische Staaten wie Großbritannien, die Niederlande und Dänemark eroberten immer weitere Teile der Welt. Nicht allein in der Südsee, auch in Ostindien und China lockten kostbare Gewürze, Baumwolle und Arbeitskräfte die Kolonisten an. Anfänglich erledigten das Geschäft wagemutige Seeleute mit zwei, drei Segelschiffen und Konquistadoren im staatlichen Auftrag, doch nach und nach wurde die koloniale Ausbeutung privatisier...


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