Werbung

Neuer Raketenangriff auf Regierungsviertel in Bagdad

Flugkörper schlagen in Grüner Zone ein / US-Präsident kündigt neue Sanktionen gegen Iran an

  • Lesedauer: 2 Min.
Konflikt Iran-USA: Neuer Raketenangriff auf Regierungsviertel in Bagdad

Washington. Im Regierungsviertel der irakischen Hauptstadt Bagdad, in dem die US-Botschaft ihren Sitz hat, sind erneut Raketen eingeschlagen. Zwei Flugkörper trafen am Mittwochabend die sogenannte Grüne Zone, wie Sicherheitskreise der Nachrichtenagentur AFP sagten. Die Angriffe erfolgten nur wenige Stunden nach einer Fernsehansprache von US-Präsident Donald Trump, in der er deutlich gemacht hatte, dass er eine Deeskalation des zuletzt dramatisch verschärften Konflikts mit Iran anstrebt.

Von wem der neue Angriff auf die Grüne Zone ausging, war zunächst unklar. Die Hasched-al-Schaabi-Milizen hatten am Mittwoch mit massiver Vergeltung für den Tod ihres Vizechefs Abu Mehdi al-Muhandis bei einem US-Drohnenangriff am Freitag in Bagdad angekündigt.

Al-Muhandis war zusammen mit den einflussreichen iranischen General Kassem Soleimani getötet worden. Es war nun bereits der dritte Raketenangriff auf die Grüne Zone seit der Tötung von Soleimani und al-Muhandis. Der Angriff erfolgte knapp 24 Stunden, nachdem der Iran als Vergeltung für den Tod Soleimanis zwei Stützpunkte internationaler Truppen im Irak mit Raketen beschossen hatte. Bei diesen Angriffen war niemand verletzt worden.

Trump kündigte in einer Ansprache keine militärische Reaktion auf die Angriffe auf die Militärstützpunkte an, sondern neue Wirtschaftssanktionen gegen Iran. Teheran scheine in dem Konflikt zurückzuweichen, sagte er.

US-Vizepräsident Mike Pence sagte seinerseits, er habe »ermutigende« Geheimdienstinformationen zum Verhalten Irans in dem Konflikt erhalten. Demnach schicke Teheran Botschaften an verbündete Milizen, wonach sie keine »amerikanischen Ziele oder Zivilisten« angreifen sollten, so Pence im Fernsehsender CBS. US-Verteidigungsminister Mark Esper vertrat die Einschätzung, dass die USA durch die Tötung Soleimanis den »Abschreckungsgrad« im Iran-Konflikt gesteigert hätten.

Die iranische Regierung kündigte zunächst keine neuen Angriffe an. Präsident Hassan Ruhani sagte: »Falls die Amerikaner weitere Angriffe und Verbrechen gegen Iran planen sollten, werden wir eine Antwort geben, die noch härter ist als der heutige Angriff.« Agenturen/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Als unabhängige linke Journalist*innen stellen wir unsere Artikel jeden Tag mehr als 25.000 digitalen Leser*innen bereit. Die meisten Artikel können Sie frei aufrufen, wir verzichten teilweise auf eine Bezahlschranke. Bereits jetzt zahlen 2.600 Digitalabonnent*innen und hunderte Online-Leser*innen.

Das ist gut, aber da geht noch mehr!

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen und noch besser zu werden! Jetzt mit wenigen Klicks beitragen!  

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

ndPlus

Ein kleiner aber feiner Teil unseres Angebots steht nur Abonnenten in voller Länge zur Verfügung. Mit Ihrem Abo haben Sie Vollzugriff auf sämtliche Artikel seit 1990 und helfen mit, das Online-Angebot des nd mit so vielen frei verfügbaren Artikeln wie möglich finanziell zu sichern.

Testzugang sichern!