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Nepal: Das Klima verändert sich - wir uns auch!

Die Menschen im Distrikt Dailekh passen sich dem Wandel an

  • Von Luise Will, SODI
  • Lesedauer: 2 Min.
Gezielte Bewässerung ist ein Mittel zur Anpassung an den Klimawandel.
Gezielte Bewässerung ist ein Mittel zur Anpassung an den Klimawandel.

Für die Hälfte der Bevölkerung im Distrikt Dailekh im westnepalesischen Hochland reicht die jährliche Ernte nur noch für etwa drei bis sechs Monate. Insbesondere Frauen und Kinder sind von Mangelernährung betroffen. Eine zentrale Ursache hierfür liegt in den dramatischen Klimaveränderungen, von denen die Region besonders betroffen ist: Der Klimawandel führt zum Abschmelzen der Gletscher im Himalaya - Fluten und Erdrutsche sind die Folge. Bisherige landwirtschaftliche Praktiken wie Monokulturen, Gebrauch von chemischem Dünger und Schäden durch freilaufende Ziegen bieten keine Antwort auf diese Veränderungen.

Mit dem neuen Jahr beginnt zugleich auch eine neue Phase des Projektes des Solidaritätsdiensts International (SODI) mit seinem nepalesischen Partner SAHAS: Die Menschen in Dailekh passen sich mit umfangreichen Infrastrukturmaßnahmen den Klimaveränderungen an. Bereits im Januar steht der Bau von Bewässerungskanälen und von Auffangbecken für Brauchwasser an. Auf diese Weise kann Wasser aus höher gelegenen Quellen und Regenwasser aufgefangen und von dort aus für die Tröpfchenbewässerung der Felder und Treibhäuser weitergeleitet werden. So ist es den Bauern und Bäuerinnen möglich, ihre Felder, die zuvor aufgrund der Trockenheit nicht produktiv waren, länger für Anbau und Ernte zu nutzen.

Darüber hinaus zählen veränderte Anbaumethoden und Fruchtfolgen sowie eigener ökologischer Dünger und Kompoststellen zu den Maßnahmen der Klimawandelanpassung. Kleinbäuerliche Familien erhalten ökologisches Saatgut für Pflanzen, die besser an die Trockenheit angepasst sind, wie Hülsenfrüchte und Ölsaaten. Mit dem Wissen, wie sie daraus wiederum dürreresistentes Saatgut generieren und weitergeben können, reagieren die Familien künftig auf die sich verändernde Umwelt und schöpfen die landwirtschaftlichen Potenziale der Region aus.

Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die Gründung von nachhaltigen Selbsthilfestrukturen. Durch die Schulung von selbstorganisierten Gruppen (CBOs) auf Dorfebene sollen das Wissen über ökologische Landwirtschaft und die Bedeutung von Biodiversität sowie Kenntnisse zum Klimawandel weitergegeben werden. Insbesondere bei der Katastrophenvorsorge und dem Katastrophenschutz kommt den Menschen, die sich in den CBOs versammeln, eine wichtige Rolle zu: Gemeinsam entwickeln sie Gemeindepläne für den Umgang mit Notfallsituationen wie Erdrutschen. Wie sie dies angehen, lernen sie in professionellen Trainings zu Klimawandel und Reduzierung des Katastrophenrisikos.

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