Pendeldiplomatie um Tripolis

Istanbul, Rom, Kairo - über die Krise in Libyen wird vielerorts gesprochen. Eine Lösung zeichnet sich nicht ab

  • Von Mirco Keilberth
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.
Eine Frau protestiert in der ostlibyschen Stadt Bengazi gegen die Entsendung türkischer Soldaten.

In Syrien und Libyen sind Russland und die Türkei Gegner, wirtschaftlich setzen sie jedoch weiter auf Kooperation. Die am Mittwoch in Istanbul eröffnete Gaspipeline »TurkStream« wurde von dem russischen Staatskonzern Gazprom finanziert und beliefert die Türkei, eine zweite Röhre soll später nach Österreich führen. Neben dem Energiesektor ist der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan an Waffen aus Russland interessiert. Nun versuchen er und Wladimir Putin aber vor allem das von der Europäischen Union in Libyen hinterlassene Machtvakuum zu nutzen.

So einigte man sich Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge nach einem Vier-Augen-Gespräch in Istanbul auf ein Ende der Kampfhandlungen rund um Tripolis um Mitternacht des 12. Januar. Die geforderte Waffenruhe solle von »notwendigen Maßnahmen zur Stabilisierung der Lage« begleitet werden, hieß es weiter in einer gemeinsamen Erklärung der Delegationen.

Erdogan hatt...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.