«Heute Hongkong, morgen Taiwan»

Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen wird am Samstag höchstwahrscheinlich wiedergewählt. Die Furcht vor China verhilft ihr zum politischen Comeback. Von Alexander Isele , Taipeh

  • Von Alexander Isele
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.

Dramatischer kann Wahlkampf kaum inszeniert werden: Im dritten TV-Duell der Präsidentschaftskandidat*innen in Taiwan las Amtsinhaberin Tsai Ing-wen aus einem Brief eines Hongkongers vor, der vor Strafverfolgung wegen seiner Beteiligung an den seit über einem halben Jahr andauernden Protesten gegen die dortige Regierung nach Taiwan geflüchtet war. «Wenn die junge Generation in Taiwan in 20 Jahren auf die Straße gehen muss, können es ihnen die Hongkonger nicht mehr vormachen, wie zu kämpfen ist», heißt es in dem Brief. Mit Tränen und Blut geschrieben, nannte Tsai den Brief, und warb eindringlich darum, ihr die Stimme zu geben - so könne das demokratische und freie Leben in Taiwan weitergehen.

Mit ihrer Kampagne «Heute Hongkong, morgen Taiwan» hat Tsai Ing-wen den Nerv der Taiwaner getroffen. Nur knapp über ein Jahr ist es her, da schien das politische Schicksal der Präsidentin besiegelt. Bei den Regionalwahlen Ende 2018 erlitt ihre ...


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