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An der Kasse wartet die Guillotine

Befriedigung von Bedürfnissen? Drei Anmerkungen zu der Art und Weise, wie die Geschäftswelt unsere Wünsche bewirtschaftet

  • Von Stephan Kaufmann
  • Lesedauer: ca. 7.5 Min.

Mit einem Vermögen von über 100 Milliarden US-Dollar ist Amazon-Gründer Jeff Bezos – im Wechsel mit Microsoft-Gründer Bill Gates – der reichste Mensch der Welt. Vor fast drei Jahren verriet Bezos der Welt sein Erfolgsgeheimnis: nicht die Lohndrückerei in den Amazon-Lagern, nicht das Verdrängen von Konkurrenten in der digitalen und analogen Welt, sondern: »Obsession with customers«, also das »Besessen-Sein« von dem Wunsch, den Kunden »immer etwas Besseres zu liefern«.

In Unternehmensberater-Kreisen, wo man Erfolg in der Konkurrenz für ein Ergebnis der richtigen Geschäftsstrategie hält, nimmt man Bezos’ Aussage ernst. Der Rest der Welt durchschaut sofort die Heuchelei: Man weiß, dass kapitalistische Konzerne auf Profit und Umsatz zielen, nicht auf glückliche Kunden.

Parallel zu diesem Wissen jedoch hält sich der Glaube daran, dass Unternehmen letztlich doch die Befriedigung unserer Bedürfnisse zum Ziel haben. Nicht weil sie wol...


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