»Ein Skandal wird endlich beendet«

Justizministerin Lambrecht will Zwangs-OPs an Genitalien von Kindern verbieten

  • Von Inga Dreyer, Leipzig
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.
»Mädchen oder Junge? Vielleicht auch Intersexuell, Hauptsache gesund!« – sollte das Motto sein.

Schon bei Ungeborenen ist das Geschlecht Thema. Die Frage, ob sich im Mutterleib ein Junge oder ein Mädchen entwickelt, finden viele Menschen spannend. Was aber, wenn das Geschlecht gar nicht eindeutig ist, wie es die Kategorien »Mann«/»Frau« vorgeben? Bisher werden in Deutschland immer noch Kinder mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen operiert. Betroffen sei ein knappes Viertel aller intersexuellen Menschen, sagt Jeanne Riedel, Pressesprecherin des Arbeitskreises Intersexualität der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität e.V. (dgti).

Diese Praxis soll nun beendet werden. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) will Operationen an Kindern verbieten, die einer sogenannten Geschlechtsangleichung dienen. Damit gemeint sind Eingriffe, die uneindeutige innere oder äußere Geschlechtsmerkmale so »korrigieren«, dass sie den Normen entsprechen.

Mit dem nun vorgelegten Gesetzesentwurf sollen kosmetische...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.