Nepal: Gemeinsame Ziele verbinden

nd-Soliaktion kommt bei Kleinbauernfamilien gut an. Von Luise Will, SODI

»Wir zeigen hier, dass gesellschaftliche Veränderungen - also mehr Gemeinschaft, mehr Gleichberechtigung und mehr Solidarität - direkt in einer Sicherung der Ernährungslage münden können. Das ist auch durch die starke Solidarität aus Deutschland möglich und dafür danke ich ihnen«, schrieb Surendra Shrestha von SAHAS Nepal. Als Direktor der nepalesischen Partnerorganisation des Solidaritätsdienstes International (SODI) kennt Surendra Shrestha eine der wichtigsten Zutaten, um der Mangelernährung im Hochland zu begegnen: Gemeinschaft. »Um allen den bestmöglichen Zugang zu Wasser, Wissen und Nahrung zu ermöglichen, müssen wir nicht nur Wissen über ökologische Anbaumethoden verbreiten«, betont Shrestha. »Wir müssen auch lange bestehende Diskriminierungen aufgrund des Kastensystems, der Ethnie oder des Geschlechts bekämpfen.« Hierbei setzt SAHAS auf die Etablierung gemeindebasierter Organisationen (CBOs), die - bestehend aus Frauen und Männern aller Kasten und Ethnien - gemeinsam an Lösungen für eine sichere Ernährung, für einen angepassten Umgang mit den Folgen des Klimawandels und für eine verbesserte Infrastruktur in ihren Gemeinden arbeiten. »Während sich die Gemeindebewohner*innen zusammen den Herausforderungen widmen, die sie alle betreffen, beginnen soziale Grenzen zu verblassen. Zwar verschwinden sie noch nicht vollständig in der Gemeinschaft, da sie tief verwurzelt sind. Aber sie nehmen allmählich ab«, erklärt Shrestha.

Surendra Shresthas These, dass eine gleichberechtigte Gemeinschaft Grundlage für die existenzielle Verbesserung der Versorgungssituation ist, ist belegt: Das konnten SAHAS und SODI in sechs anderen nepalesischen Gemeinden untermauern. Nun nehmen weitere Gemeindeorganisationen ihr Schicksal in die eigene Hand, planen Infrastrukturprojekte und beantragen selbstständig staatliche Unterstützung. Mit einer gesteigerten Reis- und Getreideernte durch verbesserte Bewässerung und einer Verdoppelung des Gemüseanbaus können die Menschen künftig ganzjährig vier tägliche vollwertige Mahlzeiten zu sich nehmen. Diese Erfolge zeichnen sich nun auch in den Gemeinden Badakhola, Bansi, Kharigaira, Kusapani und Rawatkot ab. Und die nd-Soliaktion hilft dabei.