Festival ohne Feier

Im Camp Moria auf der Insel Lesbos leben Tausende Geflüchtete zwischen Müll und Olivenhainen auf engstem Raum

  • Von Sebastian Wells, Moria, und Katja Herzberg
  • Lesedauer: ca. 3.0 Min.
Eine Frau aus Afghanistan bereitet im Freien Essen zu. Um Feuer zu machen, holzen Geflüchtete Bäume ab. Auch Müll wird verbrannt, was zu beißendem Geruch im Camp führt.

Slum, Dschungel, Zeltlager, Containerdorf - das Flüchtlingscamp Moria auf der griechischen Insel Lesbos hat viele Facetten. Alle sprechen dafür, dass die Unterkunft und die gesamte Insel mit der Zahl der Geflüchteten dort heillos überfordert sind und ihre Versorgung unter unwürdigen Bedingungen stattfindet.

Das Lager besteht aus dem eigentlichen, eingezäunten Camp, das laut Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) für 1500 Personen ausgelegt ist, wo aber mehr als 16 000 Menschen hausen. In den nahen Olivenhainen hat sich ein riesiger Slum gebildet, in dem es weder Strom noch Heizung und fließendes Wasser und nur wenige Sanitäranlagen gibt.

Gemessen an den Umständen leben die Menschen aus Afghanistan, Syrien, Kongo, Irak, Iran, Jemen, Somalia und weiteren Ländern friedlich zusammen. Einige haben kleine Schulen für Englisch, Griechisch und Deutsch errichtet, andere kleine Läden, Restaurants oder Brücken über die völl...


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