»Wer raucht, wird erschossen«

Ein südkoreanischer Pub parodiert den Norden, wird Publikumsrenner und spaltet die politischen Geister

  • Von Felix Lill, Seoul
  • Lesedauer: ca. 7.0 Min.

Jang Wookyung musste erst vom Bankrott bedroht sein, um auf die Idee zu kommen, die sich noch als die beste seines Lebens herausstellen könnte. Jahrelang hat der Unternehmer vier Izakayas geführt, also Kneipen im japanischen Stil. Aber als letzten Sommer ein alter Streit über Japans Kriegsvergangenheit in Südkorea entflammte, in dem Japan weitere Entschädigungszahlungen verweigert, begannen Koreaner in großen Zahlen mit dem Boykott japanischer Produkte. Damit ging auch der südkoreanische Gastrounternehmer Jang in die Knie. »Meine Erlöse halbierten sich schon in ein paar Wochen. So konnte es nicht weitergehen. Ich musste mir etwas überlegen.« Also schloss er zumindest den wichtigsten seiner Izakayas vorübergehend, um sich neu auszurichten.

Nach einigem Brainstorming, berichtet Jang an einem frühen Freitagabend und deutet in einen großzügigen Raum voller grün bemalter Tische, sei ihm das hier eingefallen: Unter der Decke hängen hint...


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