Die Ukraine als «guter Zweck»

Kiew plant eine Fernsehoffensive im Donbass

  • Von Denis Trubetskoy, Kiew
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.
Ein kaputter Fernseher, nicht im Donbass, sondern in einem anderen Krisengebiet der Ukraine: in Prypjat (seit dem AKW-Unglück in Tschernobyl 1986 eine Geisterstadt).

Wir müssen dringend neue Wege finden, um den Donbass zumindest informationsmäßig in die Ukraine zu reintegrieren«, sagt Kyrylo Tymoschenko, stellvertretender Chef des Büros des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, der Mastermind der Kommunikationspolitik seines Chefs. Seit 2014 dauern die Kämpfe im Donbass zwischen der ukrainischen Armee und den prorussischen Separatisten an, die Letzteren besetzen seitdem zwar formell den kleineren Teil der ostukrainischen Industrieregion, halten jedoch die mit Abstand wichtigsten Großstädte Donezk und Luhansk unter ihrer Kontrolle. Rund 13 000 Menschen kamen laut UN an Folgen des Krieges bereits ums Leben.

Die meisten Donbass-Bewohner, die hinter der Politik Kiews stehen, haben die Region schon lange verlassen. Fast 1,5 Millionen Binnenflüchtlinge sind in der Ukraine derzeit offiziell registriert. Dazu gehören auch die von der Krim geflohenen Menschen. Wer nicht flüchtete, auf der Halbi...


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