Alle gegen alle

In den Pariser Vororten ist noch keine Ruhe eingekehrt: Der Film »Die Wütenden - Les Misérables«

  • Von Christin Odoj
  • Lesedauer: ca. 5.0 Min.
Schusssichere Weste als Standardrepertoire: Stéphane (Damien Bonnard), Chris (Alexis Manenti) und Gwada (Djebril Zonga) (von links)

Der silberne Peugeot-Kombi ist ihr Rückzugsort, ihr Safe Space, da kann ihnen keiner was. Außerhalb, da lungern die Gesetzlosen, die ohne Regeln, die selbst vor ihnen keinen Respekt haben. Was dem Straßengangster sein Klappmesser, ist dem Polizisten der Streifenwagen. In ihrem fahrenden Büro erledigen sie alles: kurze Zurechtweisungen, hirnrissige Mackersprüche, essen. Was der Wagen auch ist: Werkzeug der Unterdrückung. So wird das Streifefahren, wenn die Langeweile groß genug ist, zur Machtdemonstration. In Ladj Lys Langfilmdebüt »Die Wütenden - Les Misérables« sind die Grenzen klar. Die Cops, vulgär, rassistisch, hilflos, die meiste Zeit hinter den Fensterscheiben ihres Autos; die Kids des Pariser Banlieus Montfermeil draußen auf der Straße. Ein klassisches Polizei-Drama, in dem Recht und Gesetz gegen das Amoralische und Verdorbene kämpft? Mit Sicherheit nicht.

Alles beginnt mit einem großartigen filmischen Prolog. Frankreich ge...


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