Wieder Strümpfe stopfen?

Der Technikhistoriker Wolfgang König macht sich Gedanken, wie man die Wegwerfgesellschaft überwinden kann

  • Von Guido Speckmann
  • Lesedauer: ca. 3.5 Min.

»Ich will nicht, dass du in diesem Haus Strümpfe flickst! Wirf sie weg!« Mit diesen Worten herrscht Willy Loman, Hauptfigur in Arthur Millers Roman »Tod eines Handlungsreisenden«, seine Frau an. Die Aufforderung, Alltagsgegenstände nicht zu flicken, sondern neu zu kaufen, wurde in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in den industrialisierten Staaten zu einem Kennzeichen der Mittelschicht. Der Imperativ zum Wegwerfen hat freilich die Folge, dass immer mehr Müll entsteht.

Die Herausbildung und Geschichte dieser »Wegwerfgesellschaft« skizziert Wolfgang König in seinem neuen Buch. Der Technikhistoriker definiert diese als »extreme Erscheinung und Auswüchse der Konsumgesellschaft«. Sein knappes Buch konzentriert sich auf Deutschland, gelegentlich wird der Blick auf die USA geworfen - dem Ursprungsland vieler Wegwerfprodukte.

Ein Blick auf die Müllmengen in Deutschland zeigt, dass diese im Zuge des sogenannten Wirtschaftswunders ex...


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