Schwarze Pädagogik im Landtag

Schleswig-Holstein will Unrecht in Kindererholungsheimen aufarbeiten

  • Von Dieter Hanisch, Kiel
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.
Vor der Turnstunde in einem Kindersanatorium

Strenge Erziehungsmethoden bis hin zu Misshandlungen waren in westdeutschen Einrichtungen für Kinderkuren in den 50er- bis Anfang der 80er Jahre an der Tagesordnung. Die als Schwarze Pädagogik bezeichneten Praktiken waren am Donnerstag auf Antrag der SPD auch Gegenstand einer Landtagsdebatte in Kiel. Schleswig-Holsteins Landesregierung hat sich vorgenommen, das damals angerichtete Unrecht aufzuarbeiten.

Einlassungen der Berliner Autorin Anja Röhl haben nach Jahrzehnten diese unsäglichen Machenschaften ans Tageslicht gebracht. Was als gesundheitliche Fürsorge für Unter- oder Übergewichtige bzw. an Bronchitis oder anderen Lungenkrankheiten leidende Kinder in Form einer Kur fernab ihrer Familien und Elternhäuser gedacht war, stellte sich für etliche Betroffene als unvergessliches Horrorerlebnis heraus. So wurden die sogenannten Verschickungskinder beispielsweise gezwungen, ihr Erbrochenes aufzuessen oder wegen vermeintlicher Verfehlu...


Wenn Sie ein Abo haben, loggen Sie sich ein:

Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.

Bitte aktivieren Sie Cookies, um sich einloggen zu können.