»Da sagte ich mir: Ich bin Sorbe«

Der in Hamburg geborene Marcel Braumann kam einst als Journalist mit der in Sachsen und Brandenburg lebenden slawischen Minderheit in Kontakt. Heute gehört er dazu.

  • Von Hendrik Lasch
  • Lesedauer: ca. 6.0 Min.
Marcel Braumann

Du bist in Hamburg aufgewachsen und hast in Bayern gelebt, bevor du 1991 als Journalist in den Osten kamst. Wann hast du erstmals von den Sorben gehört?

Als frisch nach Sachsen gekommener nd-Reporter. Der Klassiker zu Ostern war: sorbisches Osterreiten; traditionsreiche Prozessionen mit regelmäßig über 1500 Reitern, von Sorben selbst organisiert. Darüber sprach ich mit dem Pfarrer der Gemeinde Nebelschütz.

Wie wurde daraus mehr als journalistisches Interesse?

Meine Mutter meinte stets, ich hätte eine slawische Seele. Mein Großvater kam einst als Bergmann aus Polen ins Ruhrgebiet. Das Polnische ging nicht auf mich über; aber vielleicht war so ein Grundstein für das Interesse am Sorbischen gelegt, das auch eine westslawische Sprache ist. In der sächsischen PDS-Landtagsfraktion, deren Pressesprecher ich wurde, kamen wir dann um das Jahr 2000 auf die Idee, deutsch-sorbische Pressemitteilungen zu publizieren. Zu dem Zweck beg...


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