Josef Burg will heim

Israel, Shoa, DDR: Über einen historischen Roman, der nie geschrieben wurde.

  • Von Karsten Krampitz
  • Lesedauer: ca. 7.0 Min.
Die Rampe. Dort 
entschied die SS mit einem Wink – nach links oder rechts – über Leben und Tod. Wer von den nach Auschwitz 
Deportierten nicht sogleich in die Gaskammer geschickt wurde, durchlitt eine Hölle; mancher stürzte sich aus 
Verzweiflung in den elektrischen Zaun.

Bevor wir zum Thema kommen: Ohne Hilfe der Rosa-Luxemburg-Stiftung hätte ich meinen Roman »Wasserstand und Tauchtiefe« kaum fertigbekommen. Dafür herzlichen Dank, obwohl die Kollegen im Studienwerk das nicht gerne lesen: Gaben sie mir das betreffende Stipendium doch ausdrücklich für eine Doktorarbeit zum Thema Staat und Kirche in der DDR. (Am Ende aber wurde alles gut und sogar »magna«.) So kam es, dass ich drei Jahre lang nach getaner Schreibarbeit meine Nachmittage in Archiven verbrachte, auch in der Stasi-Unterlagenbehörde. Und dort machte ich eine Entdeckung.

In den Akten der Kirchenabteilung XX/4 - im Ordner Nr. 1267, Blatt 43 bis 45 - fand sich eine Information zu einem Treffen jüdischer Geistlicher in Rumänien zwischen dem 2. und 6. Juli 1978. Anlass war der 30. Jahrestag der Amtseinführung des dortigen Landesoberrabbiners. Zugegen war der Generalssekretär des Jüdischen Weltkongresses wie auch ein Vertreter der Jüdischen Ge...


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