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Mahnmal endlich sanieren

Andreas Fritsche fordert Lösung für KZ-Mahnmal in Lieberose

  • Von Andreas Fritsche
  • Lesedauer: 2 Min.
Gedenkstätte des ehemaligen Arbeitslagers Lieberose (Außenlager des KZ Sachsenhausen) bedarf einer Sanierung.
Foto.
Gedenkstätte des ehemaligen Arbeitslagers Lieberose (Außenlager des KZ Sachsenhausen) bedarf einer Sanierung. Foto.

Der Naziopfer gedenkt man möglichst am authentischen Ort. Diese Verfahrensweise hat sich in der Erinnerungskultur durchgesetzt. Im Falle der Anfang Februar 1945 von der SS in Jamlitz ermordeten KZ-Häftlinge wäre der authentische genau da, wo Fundamente des Krankenreviers erhalten geblieben sind. Dort gibt es seit dem Jahr 2018 eine Freiluftausstellung, deren Erweiterung nun am 2. Februar offiziell eröffnet werden soll. Das hat etwas gekostet, und es war gut, das zu bezahlen.

Es wurde aber 1973 ein ganzes Stück entfernt auf einem Hügel in Lieberose ein Mahnmal errichtet, das bei der Fahrt durch den Ort kaum zu übersehen ist - und auch das hat seine Berechtigung. Immerhin ist im Rondell dieses Mahnmals die Asche von 577 ermordeten Juden beigesetzt. Damals erschien es unmöglich, das Mahnmal an den historischen Standort des Lagers im benachbarten Jamlitz zu setzen, weil dort bereits eine Siedlung mit Eigenheimen und Datschen entstanden war.

Fotos aus dem Jahr 1973 verraten, wie gut das Mahnmal ausgesehen hat, als es neu war. Heute bröckelt es, und die Risse immer nur wieder notdürftig auszubessern, kann auf Dauer keine Lösung sein. Das Mahnmal hat dringend eine Sanierung verdient. Es ist peinlich, dass es zum 75. Jahrestag des Massakers an den 1342 jüdischen KZ-Häftlingen noch immer so schlimm aussieht.

Gedenken an Massaker im KZ-Außenlager
Zum 75. Jahrestag der Ermordung von 1342 Häftlingen wird in Jamlitz die erweiterte Freiluftausstellung eröffnet

Freilich müssen bei der Vergabe von Fördermitteln die Regeln eingehalten werden. Dass die Sanierung jedoch immer wieder daran scheitert, dass der kommunale Eigenanteil nicht zusammengebracht wird, lässt sich den Familien der einstigen KZ-Häftlinge nur schwer vermitteln, die herkommen, um an ihre Vorfahren zu erinnern.

Nebenbei bemerkt kann es als Ermutigung für Neonazis verstanden werden, Mahnmale für die Opfer des Faschismus zu vernachlässigen. Darum muss endlich eine Lösung gefunden werden, wie die dringend notwendige Sanierung zu finanzieren ist.

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