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Erinnerung und Verantwortung

Gedenkfeierlichkeiten zum 75. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz

  • Von Markus Drescher
  • Lesedauer: 3 Min.
Überlebende des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz und Angehörige treffen während der Gedenkfeier anlässlich des 75. Jahrestags der Befreiung von Auschwitz am Todestor des ehemaligen KZ Auschwitz-Birkenau ein.
Überlebende des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz und Angehörige treffen während der Gedenkfeier anlässlich des 75. Jahrestags der Befreiung von Auschwitz am Todestor des ehemaligen KZ Auschwitz-Birkenau ein.

Hermann Höllenreiter (86), Peter Gardosch (89) und Pavel Tussig (86) haben das deutsche Vernichtungslager Auschwitz überlebt. Am Montag kehrten sie an den Ort zurück, an dem die Nationalsozialisten mehr als eine Million Menschen ermordet hatten, die meisten waren Juden. Vor 75 Jahren, am 27. Januar 1945, war das NS-Vernichtungslager von sowjetischen Truppen befreit worden.

Zu den Gedenkfeierlichkeiten in Polen reisten Höllenreiter, Gardosch und Tussig gemeinsam mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an, der sie am Morgen im Berliner Schloss Bellevue empfangen hatte.

Bis auf die Begrüßungsworte von Polens Präsident Andrzej Duda gab es beim Gedenken in Auschwitz keine Politikerreden. Anders als beim Welt-Holocaust-Forum in Jerusalem vergangene Woche sollten nicht die Staats- und Regierungschefs im Mittelpunkt stehen, sondern die Überlebenden. Vier von ihnen ergriffen das Wort. »Es geht hier um Überlebende, nicht um Politik«, sagte der Vorsitzende des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder. »Wir beobachten einen Anstieg des Antisemitismus und wollen nicht, dass die Vergangenheit der Überlebenden die Zukunft ihrer Kinder oder Enkel sein wird«, fügte er hinzu.

Anlässlich des Holocaust-Gedenktages gab es auch in Deutschland zahlreiche Veranstaltungen - und Warnungen von Politikern vor einem weiteren Erstarken des Antisemitismus. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak etwa schrieb in einem Gastbeitrag für die »Welt«: »Angesichts heutiger Dimensionen von Demokratieverachtung müssen wir alle Hass und Ausgrenzung aktiv bekämpfen. Wir haben viel zu lange viel zu wenig getan. Ich auch.« Gleichzeitig griff er in diesem Zusammenhang die AfD an. Millionen Menschen hätten »eine Partei des Hasses gewählt« und veränderten damit die politische Kultur in Deutschland. Auch CSU-Chef Markus Söder erklärte, dass die AfD beim Anwachsen der Judenfeindlichkeit eine »ganz zentrale Rolle« spiele. Söder beschuldigte insbesondere den rechten »Flügel« in der AfD, den Antisemitismus wieder »hoffähig« machen zu wollen.

Kritik zog CDU-Politiker Philipp Amthor auf sich, der vor Judenhass unter Migranten warnte. »Antisemitismus, das darf man nicht vergessen, ist vor allem in muslimisch geprägten Kulturkreisen besonders stark vertreten«, sagte er den Sendern RTL und ntv. Jan Korte, Parlamentarischer Geschäftsführer der Linksfraktion im Bundestag, erklärte dazu: »Ausgerechnet am Gedenktag für den bürokratisierten, industriellen Massenmord der Deutschen an sechs Millionen Juden auf so eine Idee zu kommen - das zeigt das ganze Ausmaß des Problems in diesem Land.« Jeder vierte Deutsche habe antisemitische Vorurteile, so Korte. Rechte Übergriffe oder Bedrohungen seien alltäglich. Gerade die CDU »sollte Verantwortung zeigen und ihre Politik ändern, statt sie auf andere abzuwälzen«. Mit Agenturen

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