Diese Website verwendet Cookies. Wir können damit die Seitennutzung auswerten, um nutzungsbasiert redaktionelle Inhalte und Werbung anzuzeigen. Mit der Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Unsere Datenschutzhinweise.
Werbung

Stadtrat: Auto meiner Frau wurde angezündet

Politiker und Gewerkschaften verurteilen einhellig den Anschlag auf das Familienfahrzeug eines Neuköllner CDU-Politikers

  • Lesedauer: 3 Min.

Nach einem Brandanschlag auf das Auto seiner Frau will sich der stellvertretende Neuköllner Bezirksbürgermeister Falko Liecke (CDU) weiter gegen Extremismus und Kriminalität engagieren. »Ich lasse mich nicht einschüchtern, ich bleibe meiner Linie treu«, sagte Liecke am Sonntag. »Ich stelle meine politische Arbeit nicht ein«, betonte der CDU-Politiker. Am frühen Samstagmorgen war nach Angaben von Liecke das Auto seiner Frau, einer Polizistin, angezündet worden. Politiker mehrerer Parteien und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) verurteilten den Angriff.

Lesen Sie auch: Ausgegrenzt und attackiert. In Lichtenberg werden immer mehr Menschen angegriffen, die auf der Straße leben.

Der polizeiliche Staatsschutz der Polizei hat den Fall übernommen. Das geschieht bei Taten, bei denen ein politisches Motiv vermutet wird oder nicht ausgeschlossen werden kann. Ermittelt werde gegen unbekannt wegen des Verdachts der Brandstiftung. Der Wagen brannte im Stadtteil Treptow nach Angaben der Polizei komplett aus. Gegen 5.40 Uhr hatte demnach ein Anwohner einen lauten Knall gehört, dann die Flammen gesehen und Polizei sowie Feuerwehr alarmiert.

Lesen Sie auch: Polizeischutz reicht nicht. Aert van Riel über die Bedrohung von Politikern

»Wir sind durch lautes Knallen geweckt worden«, sagte Liecke. Er vermutete, dass das Feuer etwas mit der Arbeit seiner Frau oder seiner eigenen Arbeit zu tun haben könnte. Er engagiert sich gegen Linksextremismus und Kriminelle aus arabischstämmigen Großfamilien. »Es gibt ein breites Spektrum an Leuten, die meine Positionen nicht teilen«, sagte Liecke.

Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) erklärte auf Facebook: »Ich bin entsetzt über diese Tat und stehe solidarisch hinter meinem Kollegen Falko Liecke und seiner Familie. Gewalt darf nie ein Mittel in unserer demokratischen Gesellschaft sein.«

Der Berliner CDU-Fraktionschef Burkard Dregger wertete die Tat als »Angriff auf alle Berliner« und als Einschüchterungsversuch gegenüber Politikern. Die SPD Neukölln twitterte: »Solidarität mit Familie Liecke! Gewalt darf nie Mittel politischer Auseinandersetzung sein«. GdP-Sprecher Benjamin Jendro drückte die Hoffnung aus, dass Liecke und die Polizeikollegen sich von der Tat nicht abschrecken lassen. Der 47-jährige Liecke sagte, es gebe bisher keine Anhaltspunkte, »aus welcher Ecke das kommt«. Es gebe einen engen Kontakt zum Landeskriminalamt. Die Familie sei jetzt deutlich wachsamer.

Insgesamt wurden laut Polizei im Jahr 2019 fast 600 Autos in Berlin von Kriminellen, Extremisten und Pyromanen angezündet oder durch Flammen beschädigt. Das waren 150 Fahrzeuge mehr als 2018. Brandstifter zündeten 358 Autos direkt an. 238 daneben stehende Wagen wurden durch die übergreifenden Flammen beschädigt oder zerstört. Ein kleiner Teil der Taten sei politisch motiviert.

Zuletzt hatte auch ein Brandanschlag auf das Auto eines Berliner Zeitungskolumnisten für Aufsehen gesorgt. In der Nacht zum 31. Dezember wurde der Wagen in Charlottenburg-Wilmersdorf angezündet. Auf einer linksradikalen Internetseite bekannten sich anonyme Schreiber zu der Tat und warfen dem Journalisten ein reaktionäres Weltbild vor. dpa/nd

Dieser Artikel ist wichtig! Sichere diesen Journalismus!

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen: Auf Grund der Coronakrise und dem damit weitgehend lahmgelegten öffentlichen Leben haben wir uns entschieden, zeitlich begrenzt die gesamten Inhalte unserer Internetpräsenz für alle Menschen kostenlos zugänglich zu machen. Dennoch benötigen wir finanzielle Mittel, um weiter für sie berichten zu können.

Helfen Sie mit, unseren Journalismus auch in Zukunft möglich zu machen! Jetzt mit wenigen Klicks unterstützen!

Unterstützen über:
  • PayPal
  • Sofortüberweisung

Solidarisches Berlin und Brandenburg

Corona ist nicht nur eine Gesundheitskrise. Es ist auch eine Krise des Sozialen. Wir beobachten alle sozialen und sozioökonomischen Entwicklung in der Hauptstadtregion, die sich aus der Verbreitung des Coronavirus ergeben.

Zu allen Artikeln