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Abgestürzt

Personalie

Wer kennt denn noch Jörg Asmussen? Während der Finanz- und Eurokrise war er etwas, das es hierzulande eher selten gibt: ein Shooting-Star-Spitzenbeamter. Er beriet Peer Steinbrück, Wolfgang Schäuble und Angela Merkel und schrieb maßgeblich an den Gesetzen zur Bankenrettung mit. Doch angesichts seines neuesten Postens muss man sich fragen, ob der 53-Jährige in ein, zwei Jahren vielleicht noch mal ins Dschungelcamp abstürzt.

1996 begann der einstige SPD-Politiker nach seinem Ökonomiestudium als Referent für internationale Finanz- und Währungspolitik seine Beamtenkarriere im Bundesfinanzministerium. Seine große Stunde kam, als Peer Steinbrück ihn im Juli 2008 zum Staatssekretär machte. Nur ein paar Monate später durfte Asmussen den 480 Milliarden Euro schweren Bankenrettungsfonds Soffin mitgestalten. In den Augen der GroKo machte er seinen Job so gut, dass er in seinem Amt blieb, auch nachdem Wolfgang Schäuble nach der Wahl 2009 das Bundesfinanzministerium übernahm. Der CDU-Politiker beförderte Asmussen, der beim ehemaligen Bundesbank-Chef Axel Weber studiert hat, sogar noch ins Direktorium der Europäischen Zentralbank, obwohl Asmussen eigentlich das falsche Parteibuch hatte.

Von da an ging es mit der Karriere des Flensburgers bergab. Ende 2013 holte ihn Andrea Nahles ins Bundesarbeitsministerium. Keine zwei Jahre später wollte Asmussen in die staatliche Förderbank KfW wechseln. Doch der Deal platzte und Asmussen konnte nicht mehr zurück in seinen alten Job, weil der bereits an Ex-SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi vergeben war. Für Asmussen blieb nur noch der Weg in die freie Wirtschaft. 2016 heuerte er bei der US-Investmentbank Lazard an.

Dort dürfte zumindest das Gehalt gestimmt haben, weshalb der Wechsel zu seinem neuesten Posten für Beobachter überraschend kommt: Dieser Tage wurde bekannt, dass Asmussen Hauptgeschäftsführer des Versicherungsverbands GDV wird. Vergleichsweise viel wird es dafür nicht geben. Und besonders prestigeträchtig ist dieser Job auch nicht.

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