• Kultur
  • Stuttgarter Kunstmuseum

Biedermeierfaschismus im Spätzleland

Die Vision vom schwäbischen Walhall: Das Stuttgarter Kunstmuseum arbeitet seine NS-Geschichte auf

  • Von Georg Leisten
  • Lesedauer: ca. 4.0 Min.
Theodor Werner: Schwäbisches Dorf, 1927, Kunstmuseum Stuttgart

Keiner hat gern Leichen im Keller. Weswegen Museen seit einigen Jahren ihre Magazine durchforsten lassen, um insbesondere solche Werke zu ermitteln, die widerrechtlich in die Bestände gelangt sind. Sei es als Kriegsraub, sei es im Rahmen einer verfolgungsbedingten Beschlagnahmung durch Nazi-Behörden. Aber was, wenn die Leichen nicht im Keller liegen, sondern gleichsam im Fundament eines Ausstellungshauses einbetoniert sind? Genau diesen Fall erlebte das Kunstmuseum Stuttgart. Im Zuge der Provenienzforschung, wie man die Rekonstruktion der früheren Besitzverhältnisse von Kulturgütern offiziell bezeichnet, stießen die musealen Vergangenheitsdetektive auf Haarsträubendes aus den Anfängen der eigenen Institution.

Dieses bislang verdrängte Kapitel wollte die Hausherrin Ulrike Groos nun aufarbeiten. Denn der strahlende Glaskubus am Stuttgarter Schlossplatz, der vor allem wegen mehrerer Schlüsselwerke von Otto Dix überregionale Bedeutung...


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