Viel zu menschlich, viel zu lebendig

»Nah am leben« - Die James-Simon-Galerie gewährt Einblicke in die Berliner Sammlung von Gipsabgüssen

  • Von Ronald Sprafke
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.
»Un moulage sur nature«, Édouard Joseph Dantan (1848-1897), 1887, Öl auf Leinwand

Da stehen sie dicht gedrängt friedlich beieinander: Die Häupter von Königen und Philosophen, Göttern und Generälen, Heroen und Literaten. Auch Nofretete kann man ganz nahe kommen. Kein Wunder, denn diese Köpfe sind nicht »echt«, sie sind nicht aus Gold, Marmor oder Bronze, sondern »nur« aus Gips. Und trotzdem eine Sensation - zu sehen derzeit in der James-Simon-Galerie auf der Berliner Museumsinsel.

200 Jahre hat es gedauert, bis die Gipsformerei, die älteste Sammlung der einst Kaiserlichen, heute Staatlichen Museen zu Berlin, ihre Bestände öffentlich präsentiert. Am 8. Dezember 1819 war durch Kabinetts-Ordre von König Friedrich Wilhelm III. die »Abguss-Anstalt« gegründet worden. Ihr erster Leiter war der Bildhauer Christian Daniel Rauch. Die Gipsabformung zumeist antiker Kunstwerke war ein lukratives Geschäft, die Nachfrage nach Gipsmodellen groß, doch deren Beschaffung aus Italien sehr teuer. Abgüsse antiker und »moderner Sculpturen« ...


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