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Ein paar Fehler zu viel

Deutschlands Biathleten starten mit Rang vier in die WM. Sie schossen zu oft daneben

  • Von Oliver Kern
  • Lesedauer: 3 Min.
Marte Roiseland (3.v.r) brachte Norwegen schnell in die Goldspur. Franziska Preuß (4.v.r.) verlor mit 35 Sekunden schon früh zu viel Zeit.
Marte Roiseland (3.v.r) brachte Norwegen schnell in die Goldspur. Franziska Preuß (4.v.r.) verlor mit 35 Sekunden schon früh zu viel Zeit.

»Wir wollen die Medaille schaffen, wir haben auch das Potenzial dazu, aber es muss alles passen«, hatte Arnd Peiffer vor dem ersten Rennen der Biathlonweltmeisterschaften in Antholz prophezeit. Doch am Donnerstag passte nicht alles. So blieb Franziska Preuß, Denise Herrmann, Peiffer und Benedikt Doll im Ziel lediglich der undankbare vierte Platz. Es war kein Katastrophenstart, aber eben doch nicht der gewünschte Schub zum Start in die WM.

Vor einem Jahr hatten die Deutschen in fast derselben Aufstellung noch Silber hinter Topfavorit Norwegen gewonnen. In Östersund folgten danach noch sechs weitere Medaillen. Eine Wiederholung ist nicht ausgeschlossen, doch sicher mit Medaillen rechnen können die Deutschen diesmal nicht.

Das wusste der sportliche Leiter Bernd Eisenbichler vom Deutschen Skiverband schon vor der Mixed-Staffel und vermied partout, eine Zielzahl fürs WM-Edelmetall zu nennen: »Natürlich wollen wir in jedem Rennen um Medaillen kämpfen. Wir wissen, dass in Deutschland auch immer Medaillen erwartet werden, aber ich denke, dass man Leistungen auch unabhängig davon bewerten muss«, sagte Eisenbichler dem ZDF.

Diese Bewertung dürfte nach Rennen Nummer eins durchwachsen ausfallen. Speziell Herrmann und Peiffer waren läuferisch stark unterwegs, liegend schossen zudem alle vier Athleten gut, doch stehend gingen zu viele Patronen daneben. Preuß hatte sich insgesamt drei Nachlader geleistet und mit 35 Sekunden Rückstand auf Rang elf gewechselt. Herrmann holte die Zeit nach zwei Runden komplett wieder auf, bevor jedoch beim Stehendschießen selbst drei Nachladepatronen nicht reichten, um alle fünf Ziele zu treffen. Norwegen war weg, und Herrmann musste in die Strafrunde.

»Ich glaube nicht, dass ich das Rennen zu schnell angegangen bin. Ich habe versucht, kontrolliert zu sein. Es lief alles nach Plan, bis ich dann in die Runde ging. Den letzten Schuss muss ich treffen. Er ist knapp daneben gegangen«, sagte Herrmann, die selbstkritisch anmerkte: »Neben mir standen Hochkaräter, da darf ich nicht so viel Zeit verlieren.«

Tatsächlich war der 42-Sekunden-Rückstand zu groß, den sie Arnd Peiffer auf Platz sechs mit auf den Weg gab. Auch der Mann aus dem Harz sollte zunächst Zeit gut machen, um sie dann beim zweiten Schießen wieder einzubüßen. Genauso erging es Schlussläufer Benedikt Doll, der zwar noch auf Rang vier nach vorn lief, aber nie wirklich eine Chance auf die erhoffte Medaille hatte.

Insgesamt waren zehn Fehler im Stehendanschlag zu viel. Zum Vergleich: Die überraschenden Bronzemedaillengewinner aus Tschechien leisteten sich insgesamt nur zwei. Zudem konnte Franziska Preuß läuferisch nicht mit den Besten mithalten.

Ganz vorn jubelten erneut die Norweger. Deren Superstar Johannes Thingnes Bö sicherte im letzten Schießduell mit dem Italiener Dominik Windisch den Sieg für die Titelverteidiger. Die deutsche Staffel hatte im Ziel knapp 50 Sekunden Rückstand auf die Sieger, zu Bronze fehlten 19. »Die Chance war da, deswegen sind wir natürlich nicht zufrieden. Aber das passiert mal, und wir schauen nach vorn«, versuchte Arnd Peiffer nicht alles schwarz zu malen, was auch nicht nötig war. »Platz vier ist kein Weltuntergang. Natürlich muss vieles besser werden, wenn wir in den Einzelrennen konkurrenzfähig sein wollen. Aber wir werden sicher nicht nach dem ersten Rennen den Kopf in den Sand stecken.«

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