»Man kann gewinnen«

Klassenkampf statt Sexkaufverbot: Salomé Balthus über #MeToo, Berlins prekäre Kulturlandschaft und die Registrierungspflicht für Prostituierte

  • Von Samuela Nickel
  • Lesedauer: ca. 6.5 Min.
Salomé Balthus bezeichnet sich als "linke Hure" und engagiert sich im Berufsverband für erotische und sexuelle Dienstleistungen. Kürzlich zeigte sie die rechte Schweizer Zeitung »Die Weltwoche« wegen Persönlichkeitsrechtsverletzung an. Am 20. Februar geht es vor Gericht.

Die österreichische Grünen-Politikerin Sigrid Maurer hat nach einem Vorfall von sexualisierter Gewalt den mutmaßlichen Täter geoutet. Sie wurde dann wegen übler Nachrede vor Gericht gezerrt. Der Fall wird derzeit neu verhandelt.

Das erinnert mich an die Erlebnisse von Jolanda Spiess-Hegglin (ehemalige Grünen-Politikerin aus der Schweiz, Anm. d. Red.). Sie hatte gegen die Boulevardzeitung »Der Blick« geklagt, die ihren Klarnamen als Betroffene von sexualisierter Gewalt bei laufenden Ermittlungen veröffentlichte. Diese Fälle zeigen: Sobald Frauen sich wehren, stoßen sie auf erheblichen Widerstand, viele werden eingeschüchtert. Eine Klage ist ein immenser Aufwand, sowohl finanziell als auch wegen der Öffentlichkeit, denn trotz MeToo-Debatte ist das Stigma noch immer groß. In den meisten Fällen funktioniert die Einschüchterung leider auch. An den wenigen Beispielen, wo das nicht so war, zeigt sich: Man kann gewinnen.

Sie klagen n...


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