Sich zu faschisieren, ist einfach

Kirill Medwedew - antifaschistische Poesie aus Russland.

  • Von Norma Schneider
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Russland ähnelt einer verfaulten Kugel, einem hässlichen Klumpen mit einer Schicht Blattgold drumherum, im Inneren aber ist alles vollgestopft mit Abfall, mit Trash-Food, Trash-Ideologie und Trash-Kultur, mit Bruchstücken von Religion, Bruchstücken von sowjetischem Kitsch, Bruchstücken eines toten Imperiums.« Der russische Dichter, Essayist und Aktivist Kirill Medwedew nimmt kein Blatt vor den Mund. In seinem Werk kritisiert er nicht nur die russische Regierung und die herrschende konservative Ideologie, sondern auch die Künstlerinnen und Intellektuellen. Ihre Aufgabe wäre es, eine kritische Opposition zu bilden, eine Zivilgesellschaft aufzubauen. Doch die meisten Schriftsteller seien unpolitisch und orientieren ihr Schreiben daran, was sich am besten verkaufen lässt oder wofür es staatliche Förderung gibt. Medwedew hingegen weigert sich als bekennender Antikapitalist, Teil dieses Kulturbetriebs zu sein, in dem Bücher Waren und ideolog...


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