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Mehr radikalen Pragmatismus wagen

Katja Kipping will mit linken Mehrheiten eine Allianz von Marktradikalen und Rechtsradikalen verhindern

  • Von Jana Frielinghaus
  • Lesedauer: ca. 4.5 Min.

Sie haben kürzlich gesagt, dass Sie aktuell gute Chancen für eine Mitte-links-Regierung im Bund sehen. Woher die Zuversicht?

Zuallererst sehe ich eine Notwendigkeit dafür, dass es Mehrheiten links der Union gibt. Und zwar zum einen, weil sozial-ökologischer Umbau und echter Klimaschutz nur so umzusetzen sind. Zum anderen hat uns der Sündenfall in Thüringen vor Augen geführt: Nur links der Union können wir sicher sein, dass es nicht zur Kumpanei mit der AfD kommt. Und gerade jetzt zeigen Umfragen die Möglichkeit neuer Mehrheiten. Seit der Wahl des FDP-Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich mit den Stimmen der AfD am 5. Februar ist eine enorme Politisierung und Mobilisierung zu spüren. Zum Beispiel sind seitdem fast 900 Menschen in Die Linke eingetreten. Bei der SPD sieht es ähnlich aus.

Wie geht es in Thüringen weiter?

Ich denke, der vernünftigste Weg wäre es,

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