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Marzahn-Hellersdorf will näher ans Wasser

Machbarkeitsstudie identifiziert drei geeignete Standorte für Freibäder im nordöstlichen Bezirk

Die Diskussion über einen Freibadstandort für Marzahn-Hellersdorf ist eröffnet. »Ich erwarte spätestens morgen E-Mails von Anwohnern der einzelnen Standorte«, sagt Bjoern Tielebein, Chef der Linksfraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Anlass ist die Vorstellung einer Machbarkeitsstudie zum Thema am Montag durch Sportstadtrat Gordon Lemm (SPD). Denn bisher verfügt der 270 000 Bewohner zählende Bezirk als einziger in Berlin über kein Freibad.

Drei Standorte wurden für geeignet befunden. Es sind der Biesdorfer Baggersee, eine Fläche am Friedhofsweg in Biesdorf unweit des S- und U-Bahnhofs Wuhletal sowie ein Areal im Jelena-Šantić-Friedenspark nahe den Gärten der Welt. Die vom Stadtplanungsbüro Topos zusammen mit dem Architekturbüro Clemens Krug erstellte Studie wurde von Stadtrat Lemm in Auftrag gegeben. Dieser wurde von der BVV damit beauftragt, nachdem die überfraktionelle Arbeitsgemeinschaft Freibad dies beschlossen hatte. Bezahlt wurde die Untersuchung aus Mitteln der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

»Wenn wir gegenüber dem Senat auftreten und jede Partei hat eine eigene Meinung dazu, dann werden wir nichts bekommen«, diese Einsicht habe alle Fraktionen zu dem nun gewählten Vorgehen bewogen, erklärt Tielebein, der auch Leiter der AG ist. »Wir wollen, dass diese Misere - 270 000 Menschen ohne Freibad - ein Ende hat«, bekräftigt Stadtrat Lemm.

20 Standortvorschläge wurden von Fraktionen und Verwaltung eingebracht, nach einer ersten Sichtung blieben noch sieben davon übrig. »Nicht jede Fläche gehörte dem Land oder dem Bezirk, die fielen dann raus«, erklärt Lemm die Vorgehensweise. Als vollkommen ungeeignet kristallisierten sich schnell zwei Flächen heraus: eine am U-Bahnhof Hönow sowie eine im äußersten Nordosten Marzahns. Als »bedingt geeignet« stellten sich die Fläche der IGA-Blumenhalle der Gärten der Welt sowie das Kinderbad Platsch im Bürgerpark Marzahn heraus.

Diese Einschätzung gilt eigentlich auch für den Biesdorfer Baggersee. Dort wird zwar das Baden schon jetzt geduldet, die Wasserqualität entspricht allerdings nicht den Vorgaben. »Daher kam der Gedanke, dort etwas anzubieten«, erklärt Stephan Buddatsch vom Büro Topos. Ein Badeschiff, ähnlich jenem das bereits seit vielen Jahren in der Spree an der Treptower Arena vertäut ist. Wegen der Einleitung von Regenwasser kann auch zukünftig keine Badewasserqualität gesichert werden, zudem gilt es, den Schilfgürtel zu schonen. »Mit dem Badeschiff würden wir auch der jüngeren Bevölkerung etwas Interessantes bieten können«, sagt Buddatsch. Allerdings könne der Standort nur eine Ergänzung sein.

Das Rennen um ein Kombibad, also die Errichtung einer Schwimmhalle und eines Freibads am selben Standort, machen der Jelena-Šantić-Friedenspark sowie das Areal am Biesdorfer Friedhof unter sich aus. Ersterer wäre reizvoller, wegen der Lage auf einem Hügel, in den die Gebäude teilweise einschneiden würden. Letzterer böte die Möglichkeit, ein 50-Meter-Schwimmbecken unterzubringen statt ein nur halb so langes in der Halle. Noch vor der Sommerpause wollen die Bezirksverordneten sich auf einen Standort oder eine Reihenfolge der drei Areale einigen. Dabei geht es auch um Finanzierungsfragen und darum, wer der Betreiber werden soll. Ein Freibad soll geschätzt knapp 16 bis fast 19 Millionen Euro kosten, das Kombibad um die 32 Millionen Euro. Diese müsste der Senat aufbringen, eine verbindliche Zusage gibt es bisher nicht.

Auf einen Zeitplan möchten sich weder Stadtrat Lemm noch Fraktionschef Tielebein festnageln lassen. Selbst wenn alles zügig und konfliktfrei läuft, werden noch Jahre vergehen bis zum Badespaß im Freien.

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