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Gefragte Helferin

Christine Lieberknecht könnte bald Thüringen regieren - für 70 Tage

  • Von Stefan Otto
  • Lesedauer: 2 Min.

Vielleicht ist es der christliche Glaube, der Christine Lieberknecht und Bodo Ramelow verbindet. Beide schätzen sich und sie pflegen trotz unterschiedlicher Parteibücher den Kontakt. Ramelow ist bekennender Protestant und Sozialist. Lieberknecht (61) studierte evangelische Theologie und war als Pfarrerin im Weimarer Umland tätig, bevor sie 1990 dem Ruf der CDU folgte und Kultusministerin in Erfurt wurde. In der Nachwendezeit war die damals 28-Jährige die einzige Frau im schwarz-gelben Kabinett von Josef Duchač (CDU).

Ramelow sagte, er habe Lieberknecht darum gebeten, sich zur Wahl als Ministerpräsidentin zu stellen. Bis zu den Neuwahlen würde sie dann noch einmal für eine festgelegte Frist von 70 Tagen als Landeschefin zurückkehren, um mit Ministern für die Ressorts Finanzen, Justiz und Staatskanzlei die Geschäfte zu führen. Die 61-Jährige sagte, sie wolle sich erst nach den Beratungen ihrer Partei zu dem Vorschlag äußern.

Lieberknecht war von 2009 bis 2014 Ministerpräsidenten einer schwarz-roten Koalition. Auch ihre Wahl entschied sich damals erst im dritten Wahlgang, als sie sich gegen Ramelow durchsetzte. Aus der folgenden Landtagswahl 2014 ging die CDU zwar erneut als stärkste Partei hervor. Doch zu einer Fortsetzung der Koalition kam es nicht. Die SPD entschied sich für ein Mitte-links-Bündnis, das eine Stimme Mehrheit im Landtag hatte. Ramelow folgte ihr als Ministerpräsident. Lieberknecht zog aus der Niederlage Konsequenzen und trat als Landeschefin der CDU zurück. Sie blieb fortan als einfache Abgeordnete im Landtag. Mike Mohring folgte ihr an die Spitze der Landespartei.

Zur Landtagswahl im Herbst vergangenen Jahres verkündete Lieberknecht dann, sich nach 29 Jahren aus der Berufspolitik zurückziehen zu wollen. Nun steht sie vielleicht noch einmal vor einem Comeback - auf Zeit. Sie würde dem Land damit helfen, einen Ausweg aus der Regierungskrise zu finden.

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