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Zukunft nur für eine Minderheit

Ines Wallrodt über den milliardenschweren Verkauf der Real-Märkte

  • Von Ines Wallrodt
  • Lesedauer: 1 Min.

Der Verkauf von 276 Real-Märkten an ein deutsch-russisches Konsortium sichert die Zukunft des Metro-Konzerns und seiner Aktionäre, die sich damit einer Last entledigen. Die Last zu tragen haben die 34.000 Mitarbeiter - in der Mehrzahl Frauen, oft teilzeitbeschäftigt und mies bezahlt. Für sie bleibt die Zukunft auch nach Abschluss des Milliardendeals ungewiss, für Tausende von ihnen heißt sie »Arbeitsamt«. Der Lohnverzicht der vergangenen Jahre hat letztlich nur ihr ohnehin schmales Arbeitslosengeld geschmälert. Das Erwerberkonsortium wird entscheiden, welche Märkte noch in diesem Jahr geschlossen und welche verkauft werden, einige sollen eine Galgenfrist erhalten. Wen es von den Mitarbeitern wie trifft, ist unklar.

Bei den Verkaufsverhandlungen war die Gewerkschaft, mithin die Interessen der Arbeitnehmer, außen vor. Nun stehen die Erweber in der Pflicht, die soziale Verantwortung zu beweisen, die Metro-Chef Olaf Koch verweigert hat. Die Politik, die sich bislang wenig für das Schicksal der Real-Beschäftigten interessiert hat, könnte dazu beitragen. Ganz konkret, indem sie mit klaren Ansprüchen Druck ausübt. Indirekt, indem sie Tarifflucht unattraktiv macht, die den ruinösen Wettbewerb im Einzelhandel anfacht. Das würde den Real-Frauen aktuell auch nicht mehr helfen. Aber den Beschäftigten im Einzelhandel insgesamt eine Zukunft geben.

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