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In der Berliner Zeitungsdruck GmbH wird künftig Ihre Zeitung produziert.
Druckereiwechsel

Eine Stunde Tempojagd

Vom 1. März an kommt »neues deutschland« in der Berliner Zeitungsdruck GmbH aufs Papier

Von Uwe Sattler

Punkt 18.10 Uhr am Donnerstag vor einer Woche war es so weit: Nach Hupsignal und gelbem Warnlicht startet der Druck des »nd« erstmals in der Berliner Zeitungsdruck GmbH. Nicht zur Probe, sondern als komplette Tagesausgabe, unter realen Bedingungen, in Echtzeit - und komplett in Farbe. Zuerst ganz langsam beginnen sich die Zylinder mit den aufmontierten Matrizen zu drehen, um nach wenigen Minuten in ein rasendes Tempo überzugehen und den gesamten Druckturm 6 in Vibrationen zu versetzen. Waren vor wenigen Augenblicken Fotos und Texte zumindest noch zu erahnen, verschmilzt angesichts der Geschwindigkeit nun alles zu scheinbar unendlichen Streifen auf den Papierbahnen. Nach gut einer Stunde liegen sämtliche nd-Exemplare, abgepackt und mit den jeweiligen Adressen versehen, auf der Rampe zur Abholung bereit.

Ein Besuch in der neuen "nd"-Druckerei

Vom 1. März an wird das »neue deutschland« täglich in Berlin-Lichtenberg hergestellt. Seit 1995 werden in der hochmodernen Druckerei nicht nur »Berliner Zeitung« und »Berliner Kurier« produziert, sondern auch internationale Zeitungen und eine Reihe regionaler Blätter. Auch dem »nd« geben die Druckmaschinen zahlreiche Gestaltungsvarianten, die auf der bewährten, aber eben auch betagten Maschine im Druckhaus Eversfrank in Berlin-Neukölln nicht in diesem Umfang möglich waren - neben der Farbigkeit gehören dazu verschiedene Aufteilungen der sogenannten Zeitungsbücher oder die Erweiterung um zusätzliche Seiten.

Gerade einmal ein gutes Dutzend Menschen ist in Berlin-Lichtenberg an der Herstellung des »nd« beteiligt - vom Rolleur, der das Papier in die Maschine einlegt, über die beiden Drucker am Leitstand, die unter anderem für die richtige Farbtiefe zuständig sind, bis hin zu den Konfektionierern, die die einzelnen Pakete zusammenstellen - die Tätigkeit mit dem größten Anteil an Handarbeit bei der Herstellung des »nd«.

Ein neues Kapitel
Druckereiwechsel: Im Laufe der Zeit ist das »neue deutschland« herumgekommen.

Ansonsten läuft die Arbeit automatisch oder wird von Robotern erledigt. Beispielsweise vom selbstfahrenden Transporter, der - gesteuert über Magnetpunkte im Boden - die Papierrollen zu den jeweiligen Drucktürmen bringt. Deutlich über eine Tonne wiegt eine solche Rolle von 20 Kilometern Länge; das reicht etwa für eine nd-Ausgabe. Das Papier kommt bei unserer Zeitung übrigens aus Russland. Und sollte doch ein kleiner Rest übrig bleiben: Die Kitas in der Gegend freuen sich über das Malpapier.