Der plötzlich gefeierte Held

Chinas Präsident Xi Jinping ruft in Wuhan den Sieg über das Coronavirus aus

  • Von Fabian Kretschmer, Peking
  • Lesedauer: ca. 2.5 Min.

Einen halbstündigen Bericht räumte das Staatsfernsehen CCTV1 in den Abendnachrichten von Dienstag diesem hochsymbolischen Besuch ein: Chinas Staatsoberhaupt Xi Jinping, stets eine blaue Schutzmaske tragend, wagte sich zum ersten Mal nach Ausbruch des Virus in dessen Epizentrum Wuhan vor. Dort inspizierte er eine Wohnsiedlung, tauschte sich mit Ärzten aus und sprach über eine Fernsehschalte einem gebrechlichen Coronavirus-Patienten Mut zu. »Die Situation hat sich stabilisiert, das Blatt hat sich gewendet«, sagte der 66-Jährige.

Xi war seit Beginn des Virus-Ausbruchs praktisch von der medialen Bildfläche verschwunden. Statt Präsenz zu zeigen, schickte er seinen Premierminister Li Keqiang nach Wuhan. Im Hintergrund arbeitete die Kommunistische Partei an einer Strategie, dass der sich online in den sozialen Medien entladende Frust der Bevölkerung gegen vertuschende Behörden und inkompetente Parteikader sich nicht gegen die Regierungsspitze...


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