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Die Krise erreicht die Dörfer

MEINE SICHT: Panik zu verbreiten, gehört aber nicht zu den Eigenschaften der Landbevölkerung

  • Von Martin Kröger
  • Lesedauer: 2 Min.
Corona: Die Krise erreicht die Dörfer

Das dörfliche Idyll trügt. Blühende Forsythien, kreischende Kraniche und die gewohnten Aktivitäten der Menschen in den Gärten und auf den Höfen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich auch die Brandenburger Dorfbevölkerung, so gut es geht, auf die begonnene Coronakrise vorbereitet: Die Hygieneartikel, das Klopapier und die Nudeln waren an diesem Samstag im Supermarkt in Müncheberg (Märkisch-Oderland) genauso ausverkauft wie anderswo. Kopfschüttelnd registrieren das die Märker, die normalerweise zu den stoischen Zeitgenossinnen und Zeitgenossen gehören. Jeder nach seiner Fasson! Panik zu verbreiten, gehört dagegen nicht zu den Eigenschaften der Landbevölkerung am Rande der Märkischen Schweiz.

Wie überall wird jetzt allerdings mehr als sonst Abstand gehalten - das normalerweise obligatorische Händeschütteln entfällt. Gegrüßt wird von Weitem, die Gespräche werden aus sicherer Entfernung von ein paar Metern geführt. Wer glaubt, die Versorgungslage mit Lebensmitteln sei gesichert, sieht sich im örtlichen Hofladen eines besseren belehrt. »Es ist März, unsere Gärten und Felder sind leer«, sagt die Gemüsehändlerin. Sie kommt gerade aus Berlin, die Aggressivität und die Gier der Kunden auf ihrem Berliner Wochenmarkt haben sie nachdrücklich schockiert. Die Bäuerin ist nach eigenem Bekunden froh, zurück auf dem Land zu sein, wo sich alles etwas entzerrt und man bei der Gartenarbeit die Angst vor Sars-CoV-2 zumindest kurz hinter sich lassen kann - und wer weiß, wofür die Gemüsebeete noch gut sein werden.

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