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Improvisieren hilft fürs Erste

Tomas Morgenstern hofft auf freiwillige Erntehelfer aus anderen Branchen

  • Von Tomas Morgenstern
  • Lesedauer: 2 Min.

Eigentlich müssten die zahlreichen Agrar- und Gartenbaubetriebe, die auf die Saisonarbeitskräfte angewiesen sind, um überhaupt über die Runden zu kommen, krisenerprobt sein. Schließlich hatten sich nach der Jahrtausendwende im Zuge der Erweiterung des Schengen-Raums immer wieder traditionell verfügbare Erntehelfer unvermittelt auf die Suche nach besser bezahlten Jobs im größer gewordenen Europa begeben.

Aber die Coronakrise hat den betroffenen Betrieben, allen voran die Spargelbauern, wohl auch wegen des kurzen Anlaufs ein von ihnen allein kaum zu lösendes Problem aufgeladen. Die meisten von ihnen hatten weder den finanziellen Spielraum noch die Fantasie, sich ein von Umfang und möglicher Dauer derart einschneidendes Ereignis wie diese Pandemie vorzustellen oder sich gar darauf kurzfristig angemessen einzustellen.

Gefragt ist also der Staat, denn nur er kann an den außenpolitischen, oft bilateralen Rahmenbedingungen für Reisefreiheit oder den Transit von Pendlern beziehungsweise Erntehelfern etwas ändern. Auf Landesebene wird gemeinsam mit einzelnen Unternehmen, Verbänden und Landkreisen nach schnellen Lösungen gesucht. Da ist mehr denn je Improvisationsvermögen gefragt.

Ohne Erntehelfer wird es eng
Auf Brandenburgs Feldern fehlen schon jetzt viele der Saisonkräfte aus Osteuropa

Was ist mit freiwilligen Helfern? Sicher, gerade für die harte Feldarbeit beim Spargelstechen oder auf dem Gurkenflieger ist nicht jeder Studierende, derzeit beschäftigungslose Schauspieler, Musiker oder Barkeeper gleichermaßen geeignet. Aber vielleicht fänden sich zumindest für die Spitzenzeiten auf Feldern und Höfen andere geeignete Tätigkeiten, um dadurch vor Ort geschulte Kräfte freizusetzen. Ein Versuch wäre es wert, bevor man schon vor Saisonbeginn die gesamte Ernte infrage stellt. Es muss sich nur jemand finden, der entsprechende Anfragen entgegennimmt, selbst bei Arbeitsämtern nachfragt und koordiniert. Das geht auch im Homeoffice. Aber es müsste jetzt losgehen.

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