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Vor dem Virus sind wir alle gleich ...

... in der Welt trennt uns der Pass, findet Alexander Isele

  • Von Alexander Isele
  • Lesedauer: 1 Min.
Blick auf den Ortseingang von Schengen in Luxemburg am 22. März 1995. Der kleine Ort, der sich am gegenüberliegenden Moselufer vom deutschen Perl-Nennig befindet, wurde durch das nach ihm benannte Abkommen ein Begriff.
Blick auf den Ortseingang von Schengen in Luxemburg am 22. März 1995. Der kleine Ort, der sich am gegenüberliegenden Moselufer vom deutschen Perl-Nennig befindet, wurde durch das nach ihm benannte Abkommen ein Begriff.

Das Jubiläum könnte nicht schlechter fallen: Das grenzkontrollfreie Reisen im Schengenraum feiert am Donnerstag 25. Geburtstag. Doch ausgerechnet zum Vierteljahrhundert sind die Grenzen wieder dicht. So mancher hofft, dass dies so bleibt: Rechtskonservative und revisionistische Kräfte nehmen die Coronakrise zum Anlass, von einem permanenten Zurück zum Nationalstaat zu träumen. Rettungsmaßnahmen sollen nur im eigenen Reich bezahlt werden; Solidarität, auch monetäre, mit den stärker betroffenen Ländern wird verteufelt; »Fremde« sollen draußen bleiben, die Grenzen sollen hochgerüstet werden und vor allem zu bleiben.

Die Einschränkung der eigenen Freiheit erlaubt darüber hinaus aber auch, sich klar zu machen, dass dies für die meisten Menschen der Normalzustand ist. Wer nicht den richtigen Pass hat, ist vom freien Reisen ausgeschlossen. Oft mit tödlichen Folgen, wie der Blick an die EU-Außengrenzen zeigt, wo in den Flüchtlingscamps auch ohne Corona menschenunwürdige Zustände herrschen.

Das Virus könnte ermöglichen, sich verbunden zu fühlen. Denn Corona ist eben kein »chinesisches Virus« und befällt Menschen auf der ganzen Welt gleichermaßen. Da ist Abstand nötig, aber auch Zusammenarbeit. Kein Land kann für sich allein die Coronakrise meistern. Genau so wie kein Land auf Dauer abgeschottet prosperieren kann.

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