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Unvermeidliche Rezession

Deutsche Wirtschaft droht wegen Coronakrise um bis zu 5,4 Prozent einzubrechen

  • Von Markus Drescher
  • Lesedauer: 2 Min.

Es ist keine Frage ob, sondern wie stark die deutsche Wirtschaft durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie in Mitleidenschaft gezogen wird: In einem Sondergutachten erklärte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung - die sogenannten Wirtschaftsweisen - am Montag, eine Rezession im ersten Halbjahr werde »nicht zu vermeiden« sein. Je nach Dauer und Ausmaß der durch die Krise bedingten Einschränkungen rechnet das Gremium mit einem Einbruch von 2,8 Prozent bis 5,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Für die Jahre 2020 und 2021 hat der Sachverständigenrat drei Szenarien untersucht. Demnach normalisiere sich in dem »nach aktuellen Informationen wahrscheinlichsten Szenario« die wirtschaftliche Lage »über den Sommer« wieder, das BIP schrumpfe 2020 im Jahresdurchschnitt um 2,8 Prozent. Im Jahr 2021 könnte die Wirtschaft dann um 3,7 Prozent zulegen. Im zweiten Szenario, in dem es zu »großflächigen Produktionsstilllegungen oder länger andauernden gesundheitspolitischen Maßnahmen« käme, würde das BIP in diesem Jahr um 5,4 Prozent schrumpfen und 2021 um 4,9 Prozent wieder ansteigen.

Das dritte Szenario geht von einschränkenden Maßnahmen über den Sommer hinaus aus - sowie davon, dass sich »die wirtschaftliche Erholung erst im Jahr 2021 einstellt«. In diesem Fall würde das BIP um 4,5 Prozent schrumpfen und 2021 mit 1,0 Prozent nur sehr langsam wieder wachsen.

Von der Politik fordert der Sachverständigenrat zunächst vor allem, Erkrankte gut zu versorgen und die Ausbreitung des Virus effektiv zu begrenzen. Die wirtschaftliche Erholung könne die Politik unterstützen, indem sie die unternehmerischen Kapazitäten »möglichst« erhalte, Einkommen stabilisiere und etwa Weiterbildung und Digitalisierung fördere.

Fabio De Masi, stellvertretender Vorsitzender der Linksfraktion im Bundestag, fordert zur Vermeidung einer dauerhaften Wirtschaftskrise »ein langfristiges öffentliches Investitionsprogramm von mindestens 45 Milliarden Euro jährlich nach dem Corona-Schock sowie Corona-Bonds, die von der Europäischen Zentralbank garantiert werden«. Die deutsche Wirtschaft werde sich nicht stabilisieren, wenn auf die Coronakrise eine Eurokrise folge.

Unterdessen spitzt sich die medizinische Lage in Deutschland zu: Während das Robert-Koch-Institut am Montag einen Anstieg der Infizierten- (plus 4751 auf 57 298) und Totenzahlen (455) bekannt gab, nehmen die Meldungen über fehlende Schutzausrüstungen zu. In Bayern etwa hätten bereits rund 60 Arztpraxen den Betrieb wegen fehlender Schutzmasken eingestellt, teilte die Kassenärztliche Vereinigung mit. Mit Agenturen

Mehr Berichte und Hintergründe zur Coronakrise auf den Seiten 4-7, 9, 10 und 12

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